Wo Dachshaare zum Pinsel werden

Handwerk Eva Nestler hat sich in Hundshübel ausbilden lassen

Egal ob Vollbart, Schnautzer oder glatt rasiert - ohne Rasierpinsel kommen die wenigsten Männer aus. Die Pinsel stehen im Bad direkt neben der Zahnbürste, werden aber längst nicht so oft ausgetauscht. Die wenigsten Erzgebirger wissen aber, dass eine ganz bekannte Pinselmarke hier in der Region produziert wird, genauer gesagt im Stützengrüner Ortsteil Hundshübel.

In der dortigen Schaumanufaktur liegen gebündelte Dachshaare vor Eva Nestler. Die junge Frau nimmt die Püschel, wiegt sie ab. "27 Gramm hat ein großer, edler Rasierpinsel, der natürlich auch seinen Preis hat", erläutert sie. Gängige Größen bringen etwa 18 Gramm auf die Waage. Gleich nach ihrem Schulabschluss hat sich die heute 24-Jährige in der Mühle Hans-Jürgen Müller GmbH & Co. KG in Hundshübel zur Bürsten- und Pinselmacherin ausbilden lassen. "Ich habe mich hier beworben, habe in der Mühle Probe gearbeitet und durfte wiederkommen", so Eva Nestler, die in Zschorlau zuhause ist. In Windeseile bringt sie die Dachshaare mittels einer Art "Schablone" in Form. In einem Becher werden sie zu recht geklopft. "Man braucht schon ein bisschen Fingerfertigkeit", sagt Nestler. Glücklich und zufrieden sei sie in ihrem Beruf. "Die Arbeitszeiten sind regelmäßig." Früh geht es 6.15 Uhr los, am Nachmittag 15.30 Uhr ist das Tagwerk vollbracht. "Am Freitag hören wir schon 12.30 Uhr auf." Doch zurück zum Pinselkopf, um den sich Eva Nestler kümmert. Hat dieser die richtige Form erhalten, heißt es gut festhalten und auskämmen. "Es kommt schon ´mal vor, dass alles zerfällt und man von vorn anfangen muss." Doch das sei die Ausnahme. Schließlich werden die Dachshaare mit einem Strick fest zusammengebunden und an der Hinterseite versiegelt. In einem anderen Produktionsschritt erhält er dann einen schicken Griff. "Ich arbeite sehr gern hier."