Wo kommen die Märchenfiguren her?

Tipp Neue Sonderausstellung bei Wendt & Kühn beschäftigt sich mit dieser Frage

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Kuratorin Marlis Rokitta mit einigen der 56 Figuren. Foto: Andreas Bauer

Grünhainichen. Seit vergangener Woche ist in der Wendt-und-Kühn-Welt in Grünhainichen eine neue Sonderausstellung zu sehen. "Im Reich der Fantasie - Märchen-, Tier und Kinderfiguren" heißt die Präsentation, die den Betrachtern Einblicke in die Entwicklungsprozesse im Kunsthandwerk liefert. "Oft werde ich gefragt, woher Gestalter ihre Anregungen nehmen", sagt Marlis Rokitta.

Geschichte der Holzfiguren wird erforscht

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin fungierte als Kuratorin dieser Sonderausstellung und gibt damit eine Antwort auf diese Frage. Zusammengetragen hat sie neben 56 historischen Figuren auch zahlreiche Werke der Literatur sowie Skizzen. So wird der Weg dokumentiert, wie die kleinen Märchen- und Tierhelden aus Holz entstanden.

"Damals hatte niemand einen Fernseher zuhause", blickt Marlis Rokitta zurück auf die Zeiten der Künstlerinnen Grete und Olly Wendt: "Für sie waren Märchen- und Jugendbücher die Inspirationsquelle." Einige davon hat die Kuratorin im Archiv noch entdeckt und nun ausgestellt - genau wie Skizzen und Entwürfe.

Inspiration kam aus einem Buch

Initialzündung sei Mitte der 1920er Jahre ein Buch gewesen, das Grete Wendt geschenkt bekam. Nur wenig später entstanden Figuren wie Rotkäppchen, Aschenbrödel oder der Gestiefelte Kater. Eine zweite Schaffensperiode, die sich speziell diesem Themenbereich widmete, folgte in den 1950er Jahren. Dabei habe sich viel um die Werke des dänischen Erzählers Hans Christian Andersen gedreht. Unter anderem wurde damals das Kleine hässliche Entlein aus Holz gefertigt.

Wie bei diesen und anderen Figuren tierische und menschliche Eigenschaften vereint wurden, zeigt die Sonderausstellung, die noch bis zum Frühjahr 2019 zu sehen sein wird.