Eine Fabrik mit internationalem Ruf

AUSSTELLUNG Im Fraureuther Herrenhaus wird an eine besondere Tradition erinnert

Fraureuth. 

Fraureuth. "Fraureuther Porzellan hat es garantiert nicht nur in Deutschland gegeben", ist sich Anette Böhme mit einem Blick auf den Globus fast sicher.

Die Frau vom Förderverein "Fraureuther Porzellan" und ihre Kollegin Marion Hiller haben es sich in den letzten Wochen und Monaten zur Aufgabe gemacht, die einstige Internationalität des aus Fraureuth stammenden "weißen Goldes" zu beweisen. Beide haben das Thema "weltweite Verbreitung des Fraureuther Porzellans" inzwischen auch in die seit knapp 14 Jahren vom Förderverein organisierte Ausstellung im Obergeschoss des Herrenhauses am Fabrikgelände einfließen lassen.

Fraureuther Porzellan bereiste die Welt

Das Porzellan aus dem einstigen Bauerndorf wurde beispielsweise bereits im Jahr 1879 zur damaligen Weltausstellung in Sydney in Australien gesehen. Dort gab es für die Porzellane in Kobaltblau einen ersten Preis und eine Goldmedaille. "Nach unseren Unterlagen gingen die Absatzmärkte damals bis nach Amerika", sagt Anette Böhme und zeigt in der Ausstellung Exponate aus Los Angeles. Im Herrenhaus befinden sich auch Stücke aus Rotterdam und der einstigen thailändischen Armee. Neben diesen Ausstellungsstücken hat der Förderverein Unterlagen in seinem Besitz, wonach das Fraureuther Porzellan unter anderem auch in Südafrika, England, China und Indien sowie bei verschiedenen Schifffahrtslinien im Einsatz war. Die Frage, ob das Porzellan 1912 auf der "Titanic" benutzt wurde, konnte bisher noch immer nicht gänzlich beantwortet werden. "Auch im Titanic-Museum im nordirischen Belfast bekam ich darauf keine Antwort", sagte Marion Hiller, die dieses Thema noch nicht zu den Akten gelegt hat.

"Unsere Ausstellung bleibt aber auch so immer interessant", meinen die beiden Frauen. Die Schau im Herrenhaus ist sonntags 14 bis 17 Uhr geöffnet.