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"Hirschbeutel" entstehen auf den alten Maschinen

Museum Thomas Zinke webt besondere Stoffe

Hohenstein-Ernstthal. 

Hohenstein-Ernstthal. Thomas Zinke kennt sich im Textil- und Rennsportmuseum mit den alten Webmaschinen bestens aus. Er hält sie nicht nur in Schuss und kennt die technischen Herausforderungen, sondern kann auch selbst darauf weben. Hin und wieder gibt es besondere Aufgaben, zum Beispiel wenn für die Restaurierung von Oldtimern spezieller Stoff für Autositze gefragt ist.

"Solche Aufträge sind gut, denn für die Maschinen ist es wichtig, dass sie ab und zu laufen", sagt Zinke, der sogar die aufwendigen Lochkarten fertigen kann, die dafür sorgen, dass auf den Maschinen die gewünschten Muster oder Bilder entstehen.

Außergewöhnlicher Auftrag

Kürzlich hatte er eine weitere ungewöhnliche Aufgabe. Musiker "Driftwood Holly", der mit bürgerlichem Name Holger Haustein heißt, wanderte vor mehr als 15 Jahren vom Erzgebirge in die kanadische Wildnis aus. In Dawson City lebt er nahe der Grenze zu Alaska, ist aber regelmäßig zu Tourneen in Deutschland. Zu ihm und seiner Musik passen die sogenannten "Hirschbeutel", die schon zu DDR-Zeiten ein Szenesymbol für ein etwas alternativeres Lebensgefühl und die entsprechende Musik waren.

Nun will "Driftwood Holly" seine eigenen Beutel verkaufen, auf denen aber kein Hirsch, sondern ein Mammut und der Künstler selbst zu sehen sind. Der Stoff dafür wurde von Thomas Zinke gewebt. "Ein Bild dauert etwa 20 Minuten", sagt er über die besondere Ausgabe. Die 2000 Blatt umfassenden Lochkarten, die die Maschine steuern, hatte ein Unternehmen in Frankenberg mit elektronische Hilfe hergestellt. Insgesamt 100 Beutel wurden für "Driftwood Holly" gefertigt. Am 18. November wird der Musiker selbst ein Konzert im Textil- und Rennsportmuseum geben.



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