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Kleines Café, große Geschichte

Gastronomie Wiesenburger Ehepaar knüpft an Tradition der Altvorderen an

Wiesenburg. 

Wiesenburg. Seit Mai kann der Wildenfelser Ortsteil Wiesenburg mit einem ganz besonderen gastronomischen Farbtupfer punkten. Und das nicht nur in optischer Hinsicht. Nachdem Anja Hallbauer schon seit vier Jahren in der einstigen Gaststätte "Weißer Hirsch" in der Lindenstraße einen Blumenladen betreibt, hat Ehemann Daniel jetzt nachgezogen und in der früheren Gaststube ein kleines Cafe eingerichtet. Er nennt es "Blumen-art-Café". Mit lediglich knapp einem Dutzend Sitzplätze ist es zwar nicht auf einen Massenansturm vorbereitet, strahlt dafür aber Dank seiner gemütlichen Einrichtung eine urig nostalgische Atmosphäre aus.

Von süß bis herzhaft findet jeder etwas

Vier der dort befindlichen Stühle stammen sogar noch aus der ursprünglichen Einrichtung der bereits 1959 geschlossenen Gaststätte. "Die Stühle befanden sich noch in der Küche meiner Oma und ich bin froh, dass sie die Zeit überdauert haben und jetzt wieder im Café stehen", sagte Daniel Hallbauer, Enkel des letzten Wirtes vom "Weißen Hirsch". Der gelernte Koch hat die kleine Küche bewusst so eingerichtet, dass ihm die Gäste bei der Arbeit auch schon mal über die Schultern schauen können. "Bei der Zubereitung der Speisen verzichte ich auf Farb- und Konservierungsstoffe. Auf der Karte stehen hauseigene Spezialitäten wie selbst gebackener Kuchen, aber auch Herzhaftes." Zu seiner Freude wir die kleine und etwas abgelegene Einkehr von Gästen bislang sehr gut angenommen.

Gebäue gibt es schon seit dem 17. Jahrhundert

Das Grundstück, auf dem sich das Gebäude befindet, gehört zu den ältesten Wohngrundstücken in Wiesenburg. Möglicherweise wurde es in den 1660er-Jahren für Bedienstete des Herzogs Philipp Ludwig von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Wiesenburg errichtet. Seit 1726 befand sich dort ein Gasthof "Zum Weißen Hirsch". Nachdem das Lokal nur zwei Jahre in seinem Besitz war, musste Erich Lenk, letzter Wirt des "Weißen Hirsch", die Gaststätte 1959 auf Druck staatlicher Stellen endgültig schließen.



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