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Limbach: Zweites Jahr in Folge Ausfall von Bruten im Vogelschutzgebiet

Natur Großer Teich erneut ohne Wasservögel

Limbach-Oberfrohna. 

Limbach-Oberfrohna. Wer in diesem Jahr im Europäischen Vogelschutzgebiet rund um den Großen Teich spazieren gegangen ist, hörte und sah dort vermutlich nur wenige Wasservögel. Dabei gilt das Areal in Sachsen als ein Mekka für Reiherenten, Lachmöwen und andere Wasservögel. "Wir hatten jetzt das zweite Jahr in Folge einen Totalausfall bei den Bruten", sagt Jens Hering von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Zwickau. Am Großen Teich, an den benachbarten Schimmels Teichen wie auch an den Mühlteichen im Rußdorfer Holz sei die Lage ernst, so Hering.

Die Tatsachen stehen entgegen der Prognosen für 2020

Dabei sollte doch alles ganz anders kommen. Für das Jahr 2020 wurde auf reges Treiben im Schutzgebiet gehofft. Als Grundlage dafür galt die im letzten Herbst sanierte Brutvogelinsel. Bevor die notwendige Sanierung starten konnte, musste allerdings das Wasser des Großen Teiches komplett abgelassen werden. Nach wie vor führt er nun zu wenig davon. "Ein normaler Winter und Frühling hätten ausgereicht, um den Teich wieder voll zu bekommen", erläutert Hering. Doch der Niederschlag blieb aus. Und mit ihm die Wasservögel. Was den Ornithologen wundert, ist die Tatsache, dass auch auf den benachbarten Schimmels Teichen wie im Vorjahr kein Nachwuchs der an sich häufigen Reiherente festgestellt wurde. Wasser habe es demnach dort in ausreichender Menge gegeben und auch die Uferzonen böten gute Brutmöglichkeiten. Man könne jetzt über die Ursachen des Totalausfalls bei dieser Entenvogelart nur spekulieren, so Hering. Einerseits könnten die zunehmenden warmen, trockenen Sommer eine Rolle spielen, die höhere Wassertemperaturen zur Folge haben. "Möglicherweise hat sich dadurch das Nahrungsspektrum wesentlich verändert", sagt Jens Hering. Eine andere Ursache für das Ausbleiben der Vögel konnte dagegen sicher nachgewiesen werden - die massive Ausbreitung des Waschbären.



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