Saisonauftakt der Stollen-Ritter

Motorsport Westsachsen weiter die stärkste Fraktion bei der DEM

Uelsen. 

Uelsen. Was wäre der deutsche Enduro-Sport, wenn es Sachsen nicht gäbe? Speziell Westsachsen übernimmt in dieser Motorsportdisziplin seit vielen Jahren die Vorreiterrolle. Beim diesjährigen Saisonauftakt der Internationalen Deutschen Enduro Meisterschaft (DEM) gingen am zweiten März-Wochenende im niedersächsischen Uelsen nahe der deutsch-niederländischen Grenze von 59 deutschen Lizenzfahrern allein 17, und demzufolge über ein Viertel, fast ein Drittel, aus der in vielen Bereichen deutschen Motorsport-Hochburg an den Start.

Nicht nur Masse, auch Klasse

Am ersten von zwei gleichwertigen Fahrtagen gewann der zwölffache und zugleich amtierende Deutsche Meister Dennis Schröter aus dem brandenburgischen Crinitz vor dem ganz frisch aus dem Motocross gekommenen Angus Heidecke aus dem Sandersdorfer Ortsteil Ramsin im Süden Sachsen-Anhalts sowie dem Norddeutschen Davide von Zitzewitz. Bester sächsischer Pilot wurde Edward "Eddi" Hübner aus Penig als Sechster der Gesamtwertung bzw. Vierter in der am härtesten umkämpften Klasse E2. Dabei hätte für ihn sogar noch mehr herausspringen können, denn auf der ersten Wertungsprüfung des Tages strauchelte er und verlor dabei rund 17 Sekunden. Ohne die wäre er einen Platz insgesamt weiter vorn gewertet worden und hätte in der Klasse E2 auf dem Podest gestanden.

Ebenfalls unter Wert geschlagen wurde Andreas Beier, der gemäß der kumulierten Fahrzeiten schnellster Sachse war. Wegen des zu späten Anfahrens einer Zeitkontrolle wurde der Krumhermersdorfer jedoch mit einer Zeitstrafe belegt und am Ende nur Gesamtzehnter. In "seiner" Klasse E1, in der er schon sechs Meistertitel feierte, musste er sich dadurch mit Rang zwei begnügen. Unmittelbar hinter ihm erreichte Derrick Görner aus Gornau den elften Platz, ebenfalls gleichbedeutend mit Klassenrang vier, allerdings in der Kategorie E3.

Obwohl er im DMSB Junior Pokal unterwegs ist, dieser aber in die Championatswertung der DEM integriert ist, landete Luca Fischeder aus Geringswalde auf dem hervorragenden 15. Rang der Gesamtwertung. Damit hatte der 20-Jährige, der für das Team der sächsischen Enduro-Legende Marcus Kehr fährt, gleichzeitig die Nachwuchsklasse für sich entschieden. Auf den Plätzen 17 und 19 folgten der Borstendorfer Nick Emmrich und der neu vom Junioren-Pokal in die DEM aufgestiegene Florian Görner aus dem Drebacher Ortsteil Scharfenstein.

Des Weiteren mit dabei und auch im Ziel waren Kevin Nieschalk aus Pockau-Lengefeld, Jörg Haustein aus Mülsen, Maik Schubert aus Hopfgarten, Louis Richter, ebenfalls aus Pockau-Lengefeld, Marc Neumann aus Drebach OT Griesbach, der Wolkensteiner Karl Weigelt, Patrick Strelow aus Limbach-Oberfrohna, Patrick Irmscher aus Erlau OT Schweikershain, Kurt Reichel, ebenfalls aus dem Drebacher Ortsteil Scharfenstein, der Zschopauer Marvin Poller und der Augustusburger Bastian Streit.

Hübner und Beier am zweiten Tag auf dem Podest, aber ...

Am Sonntag lief es dann für die hiesigen Enduristen teilweise etwas schlechter, teilweise aber auch wesentlich besser. So wurde Eddi Hübner in der klassenübergreifenden Championatswertung hinter Angus Heidecke und Dennis Schröter starker Dritter und gewann gleichzeitig die Klasse E2. Der Klassensieg war natürlich auch das Ziel von Andreas Beier, doch wurde ihm wegen angeblich zu schnellen Fahrens auf der Zwischenetappe eine Drei-Minuten-Zeitstrafe aufgebrummt, weswegen er nur Gesamt-21. Und Klassendritter wurde.

Dafür hatte Florian Görner mächtig was zu feiern, und zwar den hervorragenden neunten Gesamtrang und Platz vier in der Klasse E3, unmittelbar vor Derrick Görner, mit dem er nicht verwandt ist. In der E1 belegte Jörg Haustein den vierten Platz und Nick Emmrich in der E2 Rang sieben. Im Junioren-Pokal belegte Kevin Nieschalk als diesmal bester Deutscher hinter zwei Schweden den dritten Platz.

Während Luca Fischeder trotz Schulterproblemen, Marc Neumann, Louis Richter, Patrick Irmscher, Marvin Poller, Maik Schubert und Bastian Streit bei widrigen Bedingungen mit Regen und Kälte immerhin das Ziel in Wertung erreichten, sahen Patrick Strelow mit gerissener Kette sowie Karl Weigelt und Kurt Reichel keine Zielflagge.