Was steckt hinter dem sozialpsychiatrischem Dienst?

Anlaufstelle Hilfe für Betroffene und Angehörige

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Sabrina Stöhr hilft Menschen in Not. Foto: Nicole Schwalbe

Wilkau-Haßlau. Wenn Menschen Probleme haben, versuchen sie diese zu lösen. Was aber passiert mit den Leuten, die nicht erkennen, dass sie Probleme haben, die sich selbst nicht mehr ernähren können, an Demenz leiden oder einer Sucht verfallen sind? "Immer mehr Personen kommen mit dem Leben nicht zurecht. Dafür hat der Gesetzgeber eine Möglichkeit geschaffen, die den Staat befugt, zu helfen", erklärt die Amtsärztin Dr. Carina Pilling vom Sozialpsychiatrischen Dienst (SPDi) des Landkreises Sachsen. Die Hauptstelle ist im Gesundheitsamt in Zwickau angesiedelt, die Außenstellen im Landkreis verteilt. Im Rathaus von Wilkau-Haßlau sitzt jeden Dienstag von 9 bis 12 Uhr eine Mitarbeiterin des SPDi.

"Wir haben viele Außentermine und fahren zu hilfsbedürftigen Menschen, sobald wir den Hinweis erhalten, dass jemand tatsächlich Auffälligkeiten zeigt", so Sabrina Stöhr. "Wohnungsgesellschaften und Polizei wissen, dass es uns gibt, in der Bevölkerung ist es bisher nicht so bekannt", sagt Dr. Pilling. Wenn Nachbarn plötzlich abmagern, verwahrlosen oder kaum noch zu sehen sind, ist das oftmals ein Zeichen, dass sie Hilfe benötigen. Ein Anruf beim SPDi genügt, und die 8 Sozialarbeiter, ein Psychologe oder ein Arzt können sich auf den Weg machen, um nach dem Rechten zu sehen.

"Wir organisieren Ersthilfen", sagt Dr. Pilling. Dazu gehört, dass geprüft wird, ob die betreffende Person Essen benötigt, einen amtlich bestellten Betreuer, eine Pflegestufe oder bei Gesundheitsgefährdung sogar eine Zwangseinweisung in die Klinik. Aber nicht nur Betroffene selbst können beim SPDi Hilfe suchen, auch die Angehörigen von psychisch- oder suchtkranken Menschen. "Alle können zu uns kommen, wenn sie Hilfe benötigen. Es spielt keine Rolle, ob derjenige an Spiel-, Alkohol-, Drogen- oder Medikamentensucht leidet oder an Demenz, Depressionen oder Schizophrenie."