Zwei Millionen Euro Extra-Kaufkraft pro Jahr

Gehalt Im Landkreis arbeiten 8.320 Menschen zum Mindestlohn

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Region. "Mal ins Kino oder Essen gehen. Und auch mal etwas Neues für den Haushalt anschaffen, fast jeder Euro, den Mindestlohn-Beschäftigte am Monatsende extra haben, fließt in den Konsum. Einen Großteil davon geben sie vor Ort aus", informierte kürzlich Volkmar Heinrich von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Der Mindestlohn stieg ab Januar um 35 Cent auf jetzt 9,19 Euro pro Stunde und mit ihm der Verdienst von 8.320 Menschen im Landkreis Zwickau.

Auch die Wirtschaft im Kreis profitiert

Die Kaufkraft wächst durch das Mindestlohn-Plus in diesem Jahr um rund 2 Millionen Euro. Allerdings, wer zum untersten Lohn arbeitet, kann nichts auf die hohe Kante legen. "Selbst für eine Vollzeitkraft ist es extrem schwer, damit klar zukommen. Gerade dann, wenn auch noch Kinder im Haushalt leben. Und bei steigenden Mieten sowieso", so Heinrich. Erst ab mehr als zwölf Euro pro Stunde werde die Lohnuntergrenze "langsam armutsfest".

Der Gewerkschafter sieht bei den Löhnen "Luft nach oben". Heinrich prangert die Tarifflucht als Hauptgrund dafür an, "dass seit Jahren viel zu viele Menschen im Niedriglohnsektor gefangen sind" und fordert die Unternehmen auf, sich zu Tarifverträgen zu bekennen: "Wer nach Tarif zahlt, der hat auch zufriedenere Mitarbeiter, die sich im Job engagieren." Heinrich betonte, dass von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns seit 2015 rund vier Millionen Menschen profitiert haben. "Allerdings gibt es viel zu viele Schlupflöcher um den Mindestlohn zu umgehen", kritisierte der Gewerkschafter.