"Ablöse auch im Rennsport"

Interview mit Dirk Heidolf vom RTG

Das am Sachsenring ansässige Racing Team Germany (RTG) hat beim Großen Preis von Valencia, dem letzten Saisonrennen um die Motorradweltmeisterschaft 2012, mit den bisher bekannten Piloten Rossi und Finsterbusch auch das letzte Rennen bestritten. Im neuen Jahr bietet Teamchef Dirk Heidolf eine neue Mannschaft in der Klasse Moto3 auf. Mit dem 36-Jährigen sprach in Spanien Wolfgang Wirth.

Dirk, seit voriger Woche haben Sie für das RTG eine neue Mannschaft verpflichtet. Wo lag die Notwendigkeit?

Unsere beiden Fahrer gehen ihre eigenen Wege. Louis Rossi wechselt in die Moto2-Klasse und Toni Finsterbusch findet eine neue Bewährungsprobe im Kiefer Racing Team als Moto3-Pilot. Dafür ist es seit letzter Woche sicher, dass wir zwei junge Burschen verpflichten konnten: zum einen Jack Miller, den Australier und den Briten John McPhee.

Nun stand der Bergisch-Gladbacher Luca Amato bei Ihnen zur Diskussion. Dieser Transfer klappte nicht?

An Amato hatten wir immer Interesse. Er fuhr ja schon bei uns. Aber derzeit lehnt die Dorna diese Verpflichtung ab, weil schon vier Deutsche in dieser Klasse unterwegs sind und auch die Leistungen von Amato nicht die absolute Spitze darstellen.

Demzufolge sind Ihnen zwei leistungsstärkere Ausländer lieber?

Ja, ganz deutlich. Was bringt uns das, einen Deutschen fahren zu lassen, wenn er nicht schnell genug ist. Die anderen machen uns diese Strategie vor. Jonas Folger beispielsweise fährt im spanischen Mapfre-Team, Stefan Bradl im italienischen Rennstall von LCR Honda, Sandro Cortese als österreichischer Werksfahrer bei KTM unter Leitung des Finnen Aki Ajo - also zeichnet sich hier die internationale Linie deutlich ab.

Dazu kommt noch dieser Fakt. Der Pilot hat die besten Chancen, der das meiste Geld mitbringt?

Ohne Zweifel. Einhalt könnte man dieser Entwicklung geben, wenn wie im Fußball der Wechsel von Team zu Team durch eine Ablösesumme fixiert werden könnte. Beispiel: Der Fahrer hat einen Vertrag über zwei Jahre, wenn er vorzeitig in ein anderes Team wechseln möchte, muss er eine Ablöse zahlen.