Akrobatik und Let's Dance in Leubnitz

Kultur Nach dem Aschermittwoch wird hier erst Fasching gefeiert

Leubnitz. 

Leubnitz. Das war kein Klamauk, sondern echte Akrobatik, die beim Leubnitzer Fasching zu erleben war. Als Exportschlager wurde sie angekündigt: Jenny Dreißig aus Dresden. Sie schwebte hoch oben in der Luft und turnte als zauberhafter, bunter Schmetterling am Ring. Kraft, Geschick und Eleganz wurden ihr bescheinigt. Wie sie nach Leubnitz kommt? "Ich stamme aus Leubnitz", erzählte die junge Frau, nachdem sie ihren Auftritt im vollen Haus absolviert und erst mal einen Schluck Wasser getrunken hatte. "Hier habe ich meine ganze Familie. Mein Papa hat einen großen Bauernhof." Hat sie beruflich mit Akrobatik zu tun?. Nein, ich bin Chemielaborantin. Akrobatik ist mein Hobby. In der "Luftfabrik" in Dresden kann man so etwas oder auch Tanz an der Stange lernen." Nach Leubnitz aber komme sie gerne, und dabei kam auch die Idee auf, ihr Können einmal öffentlich vor dem Leubnitzer Publikum zu zeigen.

Hier wird getanzt

Was es noch zu erleben gab beim lustig-frivolen Fasching nach Aschermittwoch in Leubnitz? Ins Auge fiel die Ampel, deren Phasen von Sybille Pokorny als grün, Uwe Rödel (Uller) als gelb und Irina Gruber als rot dargestellt wurden. Uller, wie er von allen in Leubnitz genannt wird, führte, so gelb wie er war, auch durchs Programm. Er kündigte "Lets dance" an. Nacheinander kam die Prominenz in das knackvolle Bürgerhaus geschwebt: Andreas Gabalier mit Lena Meyer-Landrut, Nana Mouskouri mit Roger Whittaker. Mit Verspätung kam noch Donald Trump mit seiner Melania. Kein geringerer als Dieter Bohlen und Vanessa März (nicht Mai) gehörten zur Jury, ausgeliehen wahrscheinlich vom "Supertalent". Nun ja, Angela Merkel und Putin wurde als erstes bescheinigt, nicht tanzen zu können, worauf sie beleidigt die Bühne verließen. Zwischendurch zeigte die Leubnitzer Kinder auf der Bühne, wie richtig und mit Schwung getanzt wird. Die Zuckerpuppen, ein Mädelsballett, tanzte hernach im Stile der 1920-er Jahre gekonnt. Und so ging es Schlag auf Schlag in Leubnitz zu.

Der Grund für das ungewöhnliche Datum

Warum der Ort eigentlich nach dem Aschermittwoch dem Fasching huldigt? "Das hat sich so eingebürgert", berichtete Heiko Mergner, der Vereinsvorsitzende des Leubnizer Sportvereines, der die zwei Faschingsveranstaltungen am Freitag und Samstag ausrichtet. Vor mehr als zehn Jahren, als man begann, wollte man den anderen Faschingsvereinen keine Konkurrenz sein und veranstaltete die eigenen Karnevalsveranstaltungen einfach nach dem Aschermittwoch. Und so wurde es auch beibehalten. Dass die Leute Lust darauf haben, zeigte sich eindrucksvoll auch in den fantasievollen Kostümen. Groß ist auch die Helferschar, denn viele aus dem Ort tragen zum Gelingen der lustigen Abende bei.