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Auf den Semmelmann ist Verlass

Landleben Weischlitzer Bäckereifahrer rollt seit einem Vierteljahrhundert über die Dörfer

Auf diesen Mann können sich die Leute auf dem Land verlassen. Joachim Klipphahn ist seit 25 Jahren mit seiner rollenden Ladentheke für die Weischlitzer Bäckerei Müller unterwegs. Seitdem der gute alte Dorfkonsum ausgedient hat, ist er mehr denn je gefragt. Sein Einsatzgebiet reicht von Weischlitz bis ins Burgsteingebiet an die ehemalige innerdeutsche Grenze. Im Bauch seines Fahrzeuges gibt es außer Semmeln, Brot und Konditoreiwaren auch noch ein paar andere Dinge wie frische Eier, die gern gekauft werden. Ohne seine Touren würde dem 62-Jährigen etwas fehlen."In den Dörfern kenne ich viele Kunden mit Namen."Das Vertrauen ist groß. Im Mehrfamilienhaus vom Gutenfürster Ortsvorsteher wird der Brötchenkorb sogar ins Haus gestellt. "Ich habe den Schlüssel. Das Geld liegt immer an der gleichen Stelle." So mancher Kunde freut sich, wenn sein Brötchenbeutel auf Bestellung am Gartenzaun hängt. Außer sonntags ist der Bäckerei-Fahrer immer auf Achse. Am Samstag ist die Nachfrage am größten. "Da komme ich kaum zum Luftholen." Der Job macht ihm sichtlich Spaß. Die Haltepunkte sind in 20 Ortschaften verteilt. "Manche Orte fahre ich zweimal am Tag an." In Krebes wird er von Gisela Reinl und Elisabeth Rother erwartet. Verkäufer und Kunden duzen sich wie gute Bekannte. Ist alles in Sack und Tüten, bleibt meistens noch Zeit für einen kleinen Plausch. "Unser Semmelmann kommt bei Wind und Wetter. Er ist lustig und immer sehr aufmerksam", schwärmen die Frauen. Pünktlichkeit ist das A und O. Das gilt auch für die kalte Jahreszeit. Ein Schneeschieber ist immer mit an Bord. "Ich bin schon drei Mal in einer Schneewehe steckengeblieben." tv