Auf den Spuren der Heilpflanzen

Ausstellung Unteres Schloss Greiz zeigt unterschätzte Kräuter aus dem Vogtland

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Museumsdirektor Rainer Koch führt durch die anschaulich dargestellte Kräuter-Ausstellung. Foto: Simone Zeh  Foto: Simone Zeh

Greiz. Mistel, Majoran und Mädesüß, Wermut, Bärlauch und Ingwer. Das sind nur wenige von vielen Kräutern, die man hierzulande in der Natur findet. Um Kräuter aus dem Vogtland geht es in der gegenwärtigen Sonderschau im Unteren Schloss Greiz.

"Aber viele Kräuter werden als sogenanntes 'Unkraut' verkannt, denn oftmals ist die Kenntnis um deren heilende oder wohltuende Wirkung in Vergessenheit geraten", sagt Museumsdirektor Rainer Koch. "Es gehört nicht mehr zu unserem Allgemeinwissen, obwohl es sehr alltagstauglich und praktisch wäre."

Früher zogen "Buckelapotheker" durch das Land

Heilpflanzen können Krankheiten vorbeugen, lindern und heilen. "Vom 16. bis ins 20. Jahrhundert waren es die Buckelapotheker, die Olitäten, also Naturheilmittel, in Mitteleuropa vertrieben", weiß Rainer Koch. Namensgebend war ein Holzgestell, das Reff, welches sie bepackt mit Tinktur- und Salbengefäßen aus Ton oder Glas, Holzschachteln und Heilkräutern auf dem Rücken trugen. So bepackt zogen sie von Stadt zu Stadt, Dorf zu Dorf.

"Die Herstellung der Olitäten erfolgte traditionell mittels Mörser und Lindenstab, Pillen wurden mit der Hand gedreht. Die Tinkturen und Extrakte konnten in grünen Fläschchen aus Waldglas aus regionaler Fertigung relativ frisch verwahrt und transportiert werden", erklärt der Museumsdirektor.

Zu besichtigen ist die Schau im Museum im Unteren Schloss Greiz bis zum 12. August, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr.