Berufsakademie: Gibt es eine Lösung im "Fall Neumann"?

Studienakademie Sächsisches Staatsministerium kündigt Prüfung an

Dresden/Plauen. 

Dresden/Plauen. Die Berufsakademie in Plauen bangt um ihren Direktor. Der auslaufende Vertrag von Prof. Dr. Lutz Neumann soll nicht verlängert werden. Hintergrund ist ein Personalstreit. Der ist jetzt eskaliert. Und weil das Ganze am Wochenende öffentlich geworden ist, ist der Aufschrei im Vogtland groß.

Wirtschaftsbosse und Politiker sind sich einig: "Neumann muss weitermachen." Allerdings wird das wohl nur möglich sein, wenn sich an der Berufsakademie in Plauen etwas ändert. Die Studienakademie muss nach dem Willen der Verantwortlichen weiterentwickelt werden. Aus 340 Studenten sollen bald 400 werden. Weil jedoch bereits jetzt für einen normalen Lehrbetrieb das notwendige Personal fehlt, hatte Prof. Dr. Lutz Neumann das per Überlastungsanzeige zum Ausdruck gebracht.

Das Ministerium hat geantwortet

Andreas Friedrich ist Pressesprecher des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK). Dort befasst man sich aktuell mit dem "Fall Neumann". Das Ministerium äußerte sich am Montag so: "Herr Prof. Neumann hat dem SMWK aus Überlastungsgründen angezeigt, die Verantwortung als Direktor der Studienakademie Plauen über den 30. Juni 2019 hinaus nicht mehr tragen zu können. Deshalb kann das SMWK seine Bestellung als Direktor nicht verlängern. Wenn er nun öffentlich eine Fortsetzung der Direktion wünscht, wird das SMWK den Sachverhalt noch einmal prüfen", so die Mitteilung aus Dresden. Also kann sich noch alles zum Guten wenden? Es scheint so.

Die Staatsministerin ist im Bilde

Im Staatsministerin Eva-Maria Stange (SPD) und deren Ministerium stellt fest: "Die Studienakademie hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Im Oktober 2015 startete die Modellphase des neu entwickelten Studienangebotes Physician Assistant, die mit der dauerhaften Etablierung des Studiengangs zum 01. Oktober 2018 erfolgreich abgeschlossen wurde. Mit der Einführung dieses Studiengangs bietet die Berufsakademie Sachsen im ländlichen Raum des Vogtlands eine weitere ausgezeichnete Ausbildungsmöglichkeit in einem Zukunftsberuf und rundet somit ihr Angebot für die Studierenden und die Praxispartner ab."

Dass man in Dresden die Verdienste von Lutz Neumann kennt, macht das Ministerium deutlich. Im Schreiben heißt es: "Weiterhin wurde auf Betreiben von Herrn Professor Neumann im bestehenden Studiengang Handel- und Internationales Management im Jahr 2018 die dritte Studienrichtung Systemgastronomie gegründet. Ihm ist es zu verdanken, dass sich die Studienakademie Plauen heute durch unterschiedliche Alleinstellungsmerkmale auszeichnet und somit Studierende aus ganz Deutschland anzieht."

Studienakademie Plauen bekommt eine zusätzliche Professorenstelle

Abschließend stellt Andreas Friedrich klar: "Das SMWK hat den Ausbau der bestehenden Studienangebote stets unterstützt, jedoch immer mit der Maßgabe, dass durch den Freistaat Sachsen keine zusätzlichen personellen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden können und eine Umverteilung von Stellen innerhalb der Berufsakademie erfolgen muss. Erfreulicherweise konnte in den Verhandlungen über den Doppelhaushalt 2019/2020 für die Studienakademie Plauen eine zusätzliche Professorenstelle erwirkt werden, die sich derzeit im Berufungsverfahren befindet."

Die Wirtschaft macht sich stark für Neumann

Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) teilt mit: "Das SMWK hat in den letzten Jahren vielfältig die Berufsakademie in ihrer Entwicklung unterstützt. So wurde die Eigenständigkeit der Berufsakademie mit ihren sieben Studienakademien gesetzlich gestärkt und eine Zentralstelle mit fünf neuen Stellen ausgestattet, die für die Berufsakademie als Ganzes wichtige Aufgaben erfüllt. Natürlich möchte jede Einrichtung gern noch mehr, aber auch das Ministerium ist an Haushaltsbeschlüsse des Sächsischen Landtags gebunden."

Diese vielen positiven Worte lassen auf eine Lösung hoffen. Viele Unternehmer haben sich bereits für Prof. Dr. Lutz Neumann und dessen Vertragsverlängerung eingesetzt. Er ist der sechste Direktor an der BA und gilt nach fast fünf Jahren Amtszeit als der bislang erfolgreichste. Am Freitag feiert die Einrichtung ihren 20. Geburtstag.