In Wehrkirche läuten die Glocken wieder

Umbau Neuer Glockenstuhl für Ebersgrüner Kirchturm war notwendig

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Per Kran werden die Glocken nacheinander hoch in den Turm gehievt. Foto: Simone Zeh

Ebersgrün. Die Wehrkirche in Ebersgrün hat ihre drei Glocken wieder. Sie schwebten per Kran durch die Lüfte, etwa 20 Meter hoch. Am alten Glockenstuhl hatte der Zahn der Zeit genagt. "Er war kaputt, es waren zu viele Reparaturstellen", erklärte Siegfried Hildebrandt, Vorstandsmitglied des Fördervereins Kreuzkirche Ebersgrün.

Der neue besteht aus Eichenholz, welches mehrere Jahre gelagert wurde, so will es die Vorschrift. Friedmar Kempe von der Glockenstuhlbaufirma Müller in Thalheim rückte mit zwei Kubikmeter Eichenholz an. Zusammengebaut wurde das Gestell oben im Turm.

Die größte Glocke war das Sorgenkind

Zuerst aber wurden die drei unterschiedlich großen Glocken nach oben gehoben. Die größte war zuvor zur Reparatur im Glockenschweißwerk in Nördlingen (bei Heidenheim) gewesen. In den 1960er Jahren war die Aufhängung verändert worden. "Die Glocke wurde damals angebohrt, das hat sie natürlich beschädigt", so Pfarrer Frank Pierel. Ein neuer Klöppel wurde angeschweißt. Die zwei kleineren wurden lediglich wegen der Bauarbeiten entfernt.

Zum kürzlich veranstalteten Erntedankfest konnten die Ebersgrüner die Glocken hautnah sehen, bevor sie für sicher lange Zeit wieder im Turm verschwanden. "Die kleine, 140 Kilo schwer, wurde 1921 in Erfurt gegossen", so Reiner Merz, der Vereinsvorsitzende.

"Die mittlere wiegt 223 Kilo und wurde 1963 in Apolda gegossen. Die große ist 540 Kilo schwer. Sie wurde 1864 in Linden bei Hannover gegossen." Alle drei bestehen aus Bronze. Ein Erfolg war das Fest auch deshalb, weil erfolgreich Geld für die Kirchensanierung zusammen kam. Dieses ist nötig, denn den neuen Glockenstuhl samt Glockenreparatur musste die Kirchgemeinde selbst bezahlen. 65.000 Euro hatte man geplant.

"Für 235 Kirchenmitglieder im Ort viel Geld", unterstrich Frank Pierel. Doch das ist noch nicht alles: Nächstes Jahr steht die Schwammsanierung an der Kirchendecke an. "Die Bausumme lieget bei 240.000 Euro", blickt der Pfarrer voraus. Eine Summe, die ohne Unterstützung von außen nicht zu schaffen sei. Die Kirchgemeinde hofft auf Mittel aus dem Leader-Förderprogramm.