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Nächstes Jahr soll im Pausaer Kutschweg ein Wohngebiet entstehen

Wohngebiet Eine ehemalige Pausaerin setzt sich dafür ein, dass ein Schuttberg in ihrer Heimatstadt verschwindet. Die Industriebrache im Pausaer Kutschweg gibt es bereits seit den 90-er Jahren. Neu ist: Es gibt Hoffnung auf Änderung im nächsten Jahr. Der Besitzer will bauen.

Pausa. 

Pausa. "Wenn meine 94-jährige Mutter aus ihrem Wohnzimmerfenster schaut, sieht sie auf die Schuttberge", sagt Dagmar Dröse. Der Schutt gegenüber der Einfamilienhäuser im Kutschweg ist keineswegs neu. "Seit über 15 Jahren thronen die Schuttberge hier", sagt die ehemalige Pauserin, die über die Weihnachtstage in ihrer alten Heimat weilte. "Nachdem voriges Jahr im Herbst ein neuer Zaun gebaut wurde, hatten die Anwohner des Kutschweges die Hoffnung, dass der Schutt wegkommt. Leider blieb es nur beim Zaunbau." Dagmar Dröse: "Die Stadt Pausa muss der Firma eine Frist zur Beseitigung des Bauschuttes setzen. Doch die Stadt Pausa unternimmt nichts. Woanders kommt in solchen Fällen auch eine Anordnung vom Landratsamt." Die ehemalige Pausaerin sagt, dass sie sich mit ihrem Anliegen auch an die Stadtverwaltung Pausa-Mühltroff gewendet hätte. Eine Antwort sei bisher nicht gekommen. Auch zuvor seien die Anwohner immer wieder vertröstet worden. "Man weiß nicht, ob sich da vielleicht auch noch Schadstoffe befinden", so Dröse. Mit diesem Schandfleck brauche Pausa nicht als "Mittelpunkt der Erde" zu prahlen.

Warum das Gelände schon so viele Jahren brach liegt? "Bisher hatten wir immer andere Bauvorhaben", gibt Thomas Todte aus Teuchern bei Weißenfels Auskunft. Mit seiner Firma, der Todte GmbH und Co.KG Kies und Abbruch, ist er Besitzer des Areals. Wie Todte sagt, sei er durchaus regelmäßig vor Ort und über die aktuelle Sachlage informiert. Entstehen soll - so war es schon lange geplant - ein Wohngebiet für Eigenheime, so wie auf der Straßenseite gegenüber. "Der Bedarf ist jetzt da", so der Geschäftsführer. Das wisse er vom Altbürgermeister. Er habe auch jetzt Kontakt mit dem Rathaus in Pausa. "Spätestens 2022 soll es losgehen", blickt Todte jetzt voraus. Die Fläche sei bereits schadstofffrei, außer der Dachpappe, die noch liege.

Zu DDR-Zeit war auf dem Areal am Kutschweg der Pausaer VEB Rotpunkt, ein volkseigener Chemie-Betrieb angesiedelt. Gummiprodukte wurden hier hergestellt. Durch die Treuhand-Liegenschaftsgesellschaft wurde das Gelände nach der Wende gesichert. Die Todte GmbH und Co.KG Kies und Abbruch, die das alte Betriebsareal von der Treuhand kaufte, plante die Beräumung und Vermarktung. Jahre später, am 7. Juni 2005, wurde eine 60 Meter hohe Esse gesprengt.

Seitdem war es Jahre lang ruhig geworden um die alte Industriefläche. Bis voriges Jahr. "In Absprache mit der Stadtverwaltung hat die Todte GmbH einen neuen Metallzaun um das Gelände angebracht", sagt Michael Pohl, Bürgermeister von Pausa-Mühltroff. Zur Sicherung, da der alte Zaun verfault gewesen wäre. "Wir sind mit der Firma im Gespräch", stellt der Bürgermeister klar. Aber man habe eben als Stadt wenig Handhabe. "Es ist Privateigentum und keine Gefahr im Verzug." Die Todte GmbH hatte das Industriegelände ja nicht von der Stadt, sondern von der Treuhand gekauft. "Die Gebäude sind verfallen, der Stahl wurde entfernt." Das wäre zu einer Zeit gewesen, als die Preise für den Stahl hoch lagen. Auf jeden Fall will der Bürgermeister am Problem dran bleiben.

Dagmar Dröse indes wünscht sich, dass ihre Mutter ihren 95. Geburtstag mit einem schöneren Ausblick aus dem Wohnzimmer feiern kann. "Sie sagt immer, dass der Schutt weg kommt, erlebe sie nicht mehr." Aber genau das wünscht sich die Tochter für ihre Mutter. Die Hoffnung für 2022 besteht.



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