Protest gegen Sparkurs

Demonstration Sozialverbände kritisieren vom Kreisrat beschlossene Kürzungen

Dem Vogtlandkreis fehlt unglaublich viel Geld. Dem ohnehin schon schwer angeschlagenen Verwaltungsapparat droht jetzt der Kollaps. Denn für 2016 weist der Haushalt ein zusätzliches Minus von 13,3 Millionen Euro auf. Um nicht in die Zwangsverwaltung fremder Hände zu geraten, hatten die Kommunalpolitiker ein ganzes Maßnahmenpaket geschnürt. Daraufhin kam es zu Vertragskündigungen im sozialen Bereich. Genau dagegen haben am Donnerstag der Vogtlandkreisjugendring und die "Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege im Vogtlandkreis" demonstriert. Noch vor seiner Vereidigung geriet der neue Landrat Rolf Keil dadurch unter Druck. Er trat in Reichenbach vor die wütende Menge: "Wir wollen eine geschickte Kostenreduzierung hinbekommen. Ich hoffe auf einen Kompromiss, mit dem alle Leben können." Im Anschluss tagte der Kreisrat im Neuberinhaus. Das Gesamtbild könnte schlimmer nicht sein. Auf der einen Seite stehen symbolisch die 150 Sozialarbeiter, die Front machen gegen die vom Kreistag beschlossenen Kürzungen. Gegenüber sitzen ziemlich ohnmächtig wirkende Politiker, die brutale Einschnitte beschließen müssen, weil sonst bald gar nichts mehr geht. "Was habt ihr nur die ganzen Jahre gemacht?" Diese Frage hörten die Kreisräte immer und immer wieder. Maik Friedrich vom Vogtlandkreisjugendring e.V. blickt zurück: "Ich erlebe seit 2010 eine Kürzung nach der anderen im sozialen Bereich." Auch CDU-Kreisrat Jonny Ansorge stellte sich vor die Menge. "Wir müssen noch einmal jeden Stein umdrehen", ist sich der Bürgermeister von Pausa-Mühltroff im Klaren. Konkret gefordert werden die Rücknahme der Punkte 9 und 10 des Beschlusses sowie die Rücknahme von Vertragskündigungen. Schizophren: In Sachsen boomt die Wirtschaft. Für Kinder- und soziale Projekte gibt es im Vogtland jedoch immer weniger Geld. kare