Sternstunde für Vogtlandstädtchen

Ehrenurkunde Klingenthal darf sich "Große Kreisstadt" nennen

Klingenthal. 

Klingenthal. Es war exakt 14.35 Uhr, da durfte der Klingenthaler Bürgermeister Thomas Hennig zum ersten Mal die offizielle Bezeichnung Oberbürgermeister verwenden. Zuvor hatte der Sächsische Staatsminister des Innern, Roland Wöller, dem Klingenthaler Stadtoberhaupt die Ehrenurkunde überreicht, die nun das Vogtlandstädtchen als "Große Kreisstadt" ausweist. Mit der Arie aus Neapel "Cadre mio beu" läutete der Akkordeonist Richard Wunderlich in Anwesenheit von Landrat Rolf Keil und im Beisein von Gästen aus Politik und gesellschaftlichem Leben den Festakt im Sitzungssaal des Rathauses ein.

Klingenthal ging lange leer aus

Dort erwuchs dem Vogtlandstädtchen mit der Ernennung zur "Großen Kreisstadt" eine Sternstunde. Es war ein langer, steiniger und beschwerlicher Weg dorthin. Während sich andere Städte im Vogtlandkreis nach dem Verlust des Kreisstadtstatus im Rahmen der Gebiets- und Kommunalreform, die 1996 zur Bildung des Vogtlandkreises führte, mit dem Titel "Große Kreisstadt" schmücken konnten, ging Klingenthal leer aus.

Antrag stieß auf offene Ohren

Thomas Hennig mutmaßte, dass es am finanziellen Leistungsvermögen und einer ausgedörrten Gewerbe- und Verkehrsinfrastruktur der Stadt gelegen haben könnte. Dies bestätigte der Innenminister in seinen Ausführungen. Mit der stetig verbessernden Finanzlage folgte ein neuer Anlauf. Die Reaktionen aus dem Stadtrat folgen prompt: "Jetzt kommt wieder etwas Utopisches", erinnerte sich Hennig. Hennigs Ansinnen stieß bei Minister Wöller auf offene Ohren; der Musik- und Wintersportort ist nahezu ein Vorzeigeort im Vogtlandkreis geworden: Vogtland-Arena, Sportgymnasium, ein neuer Sportplatz, eine neue Oberschule für drei Millionen Euro und ein immenser Schuldenabbau ließen den Stadtrat den Beschluss fassen.

"Wir haben alles da"

Den Weg ebnete der Sächsische Landtag, damit das "Unmögliche für Klingenthal wahr" werde. Und geht es nach Hennig, so soll Klingenthal zu einem Mittelzentrum werden. Er blickte beim Festakt bereits in die Zukunft und möchte Behörden beziehungsweise Landesverbände nach Klingenthal lotsen. "Wir haben alles da."