• Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen
Erzgebirge
Vogtland

Verhandlungsblockade: Auerbacher Knorr-Angestellte fordern Ost-West-Angleichung

streik Erneuter Warnstreik bei Unilever-KNORR Auerbach gegen die Verhandlungsblockade des Arbeitgebers

Auerbach. 

Auerbach. Während in ersten Betrieben der sächsischen Ernährungswirtschaft Tarifverträge zur Verkleinerung der Lohnlücke zwischen Ost und West geschlossen wurden, blockiert das Unternehmen Unilever weitere Lohnverhandlungen für seine Beschäftigten.

Für den 10. August 2020 ruft deshalb die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) von 10 bis 18 Uhr Beschäftigte zum Streik auf. Mit der Arbeitsniederlegung soll Druck gemacht werden, dass auch bei Unilever in Auerbach Verhandlungen zur Lohnangleichung wieder aufgenommen werden.

Die Beschäftigten von Unilever fordern eine Angleichung ihrer Löhne an das Niveau vergleichbarer Betriebe und Tarifgebiete. Im monatlichen Entgelt bestehen noch Lohnunterschiede von bis zu über 400€ Euro. Zudem soll die untere Lohngruppe auf mindestens 12 Euro steigen und die anderen Lohngruppen entsprechend angepasst werden.

Bei anderen Unternehmen der Ernährungswirtschaft Sachsen hat es schon erste Verhandlungsergebnisse gegeben. So steigen bis zum September 2022 die Löhne der Beschäftigten bezogen auf einen Facharbeiter beim Tiefkühlhersteller FRoSTA in Lommatzsch um 394 Euro, beim Cargill-Öl-Werk in Riesa um 358 Euro und beim Fruchtsafthersteller Sonnländern (Edeka-Tochter) in Rötha um 310 Euro. Hier ist ein Einstieg in die Lohnangleichung gelungen.

"Es ist völlig unverständlich, dass ein Lebensmittelkonzern wie Unilever blockiert und sich weigert, überhaupt in Verhandlungen einzutreten. Das Unternehmen hat jüngst eine dicke Dividende ausgeschüttet und will das Renditeziel auf 20% steigern. Anscheinend soll dies auch auf dem Rücken der Beschäftigten in Auerbach passieren. Sie sollen weiter mit Billiglohn Ost abgespeist werden. Das nehmen wir nicht hin. Wir machen Druck, bis sich etwas bewegt", erklärt Olaf Klenke, Verhandlungsführer der NGG Ost.

Bei Unilever in Auerbach arbeiten rund 200 Beschäftigte, die Tütensuppen und Fertiggerichte herstellen. Das Unternehmen hatte im März einseitig die Löhne um 3% erhöht. Für eine Angleichung sind aber wesentlich höhere Lohnsteigerungen nötig.

Das Tarifgebiet der Ernährungsindustrie Sachsen umfasst insgesamt über 1.300 Menschen in einem Dutzend Betrieben. Dazu gehören unter anderem Bautz'ner Senf (Develey), FRoSTA in Lommatzsch, Cargill in Riesa, Jägermeister in Kamenz, Sonnländer Getränke (EDEKA) in Rötha und die Vandemoortele-Werke in Dommitzsch und Dresden.