Vizeweltmeister im Dachdeckerhandwerk

Handwerk Betrieb in Tobertitz ist stolz auf jungen Mitarbeiter

Tobertitz. 

Tobertitz. Mit 21 Jahren Vizeweltmeister im Dachdeckerhandwerk in der Kategorie Steildach, das hat Tim Rüdiger geschafft. Stolz zeigt er die Medaille und die Urkunde mit seinem Namen. Beides hat er aus Riga, wo die 27. Weltmeisterschaft junger Dachdecker 2018 ausgetragen wurde, mit nach Hause gebracht.

Wie holt man eine solche Anerkennung? "Ich hatte meine Lehre am 1. August 2017 mit "sehr gut" abgeschlossen." Dadurch wurde Tim Rüdiger, der in Oberböhmsdorf wohnt, für den Wettbewerb vorgeschlagen. Bis zum Erfolg musste er einige Stufen erklimmen. "Im Landeswettbewerb im September 2017 in Lehesten habe ich gewonnen." Danach ging es weiter mit dem Bundeswettbewerb in St. Andreasburg in Niedersachsen, wo sich wie in Lehesten eine Dachdeckerschule befindet. "Da kam ich auf den zweiten Platz", so der junge Dachdecker.

Auf nach Lettland

Der Erstplatzierte, der aus der Nähe von Zwickau kam und er waren damit für die Weltmeisterschaft qualifiziert, die in der lettischen Hauptstadt stattfand. Bevor die beiden Deutschen nach Riga reisten, absolvierten sie gemeinsam ein Training. Die beiden Dachdecker mussten sich in ihrer Kategorie - vier gibt es - gegen 30 Zweierteams durchsetzen. Aus elf Ländern kamen die Teilnehmer zum Ausscheid der öffentlich zu einer Dachdeckermesse ausgetragen wurde, so dass stets viel Publikum vor Ort war. "Zwei Pflichtaufgaben hatten wir, ein Dach mit Betondachsteinen decken und eines mit Tonziegel."

In sieben Stunden und 15 Minuten musste man eine Aufgabe realisieren. "Das hat gut geklappt zusammen." Nur dem Schweizer Team musste man in der Kategorie Steildach den Vortritt lassen. "Die WM war auf hohem Niveau, die Zeit war knapp bemessen", erinnert sich der junge Mann, der über den zweiten Platz natürlich glücklich ist. In der Küraufgabe, die nicht mit in die Wertung einging, siegten die Engländer. Jetzt steigt Tim Rüdiger, dessen Wunschberuf immer der des Dachdeckers war, wieder den Vogtländern aufs Dach. Seit einem Jahr etwa ist er in der Dachdeckereifirma Dirk Hermann in Tobertitz tätig. Sein Chef sagt: "Wir sind stolz auf ihn, man kann sich als Firma glücklich schätzen, wenn man einen so engagiertem jungen Mann im Team hat." Gerade jetzt, wo Fachkräfte im Handwerk gefragt sind.