Volksbank Vogtland schließt neun Filialen

Finanzen Ein Drittel der Kunden wickelt Bankgeschäfte online ab

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Die Vorstände der Volksbank Vogtland, Walter Klaubert (links) und Andreas Hostalka. Foto: Karsten Repert

Plauen. Die Volksbank Vogtland schließt aus betriebswirtschaftlichen Gründen neun von 18 Filialen. Mit dieser traurigen Nachricht meldete sich die Bank in dieser Woche bei den Medien. Die Vorstände Andreas Hostalka und Walter Klaubert kündigten diese Maßnahme für 31. Dezember 2017 an. "Die anhaltend schwierigen Marktbedingungen lassen uns keine andere Wahl. Es gibt einen ruinösen Wettbewerb", ließen die beiden Banker wissen.

Um die 9.271 Genossenschaftsbank-Mitglieder im Vogtland gleich vor ab zu beruhigen: Die Volksbank Vogtland eG ist laut Geschäftsbericht gesund. Die 45 Millionen Euro Eigenkapital sind ebenso sicher wie das Zahlenwerk aus 2016, welches in der Bundesrepublik im Vergleich zu anderen Ländern um ein vielfaches schärfer überwacht wird. Es gibt auch einige Positivschlagzeilen der Volksbank. Dennoch wird wahrscheinlich die Filialschließung mehr Beachtung finden, als der Zinsüberschuss von 9,5 Millionen Euro.

Auswirkung des Niedrig-Zinses

Vor drei Jahren warnte die Volksbank bereits. "Die anhaltende Niedrigzinsphase wird auf Dauer Opfer fordern." Diesem Satz aus 2014 mussten Andreas Hostalka und Walter Klaubert nun Taten folgen lassen. Dabei ist der Wettbewerbsdruck nur die halbe Wahrheit. Hinzu kommt, dass inzwischen 31 Prozent der Volksbank-Kunden ihre Bankgeschäfte via Internet online abwickeln. Erstmals registrierte das Online-Zählwerk der Volksbank 2016 über eine Million Klicks. Damit sank die örtliche Kundenfrequenz in vielen Geschäftsstellen.

Geschlossen werden zum 31. Dezember 2017 die Volksbank-Filialen in Klingenthal, Schöneck, Rodewisch, Lengenfeld, Elsterberg, Pausa, Auma, Triebes und Berga. Konzentrieren wird sich die Volksbank Vogtland nun auf die Standorte (diese Standorte bleiben erhalten) Plauen, Reichenbach, Auerbach, Oelsnitz, Markneukirchen, Falkenstein, Treuen, Greiz und Zeulenroda.

Dividende schrumpft

Der Kostendruck ist nach Berichten der Branche enorm. In den vergangenen Jahren schüttete beispielsweise die Volksbank vier Prozent Dividende aus. "Wir werden unseren Mitgliedern in diesem Jahr zwei Prozent Dividende vorschlagen", ließen Andreas Hostalka und Walter Klaubert wissen. Die Volksbank Vogtland eG zählte 2016 im Vogtland und Thüringen 46.000 Kunden. Das betreute Volumen stieg auf 899 Millionen Euro. Die Bilanzsumme im Geschäftsjahr belief sich auf 434 Millionen Euro. Vor allem die Nachfrage nach Wohnbau-Finanzierungen ist gestiegen.

Zum internationalen Vergleich: Ein Konto bei der Volksbank Vogtland kostet beispielsweise zwischen vier und zwölf Euro pro Monat. In England bezahlen die Kunden monatlich über 20 Euro. Die Deutschen gelten als Nation der Sparer, weshalb nun zusätzlich noch ausländische Banken auf den deutschen Markt drängen.



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