Von der Schule direkt auf Arbeit

Jobmarkt Wer jetzt nicht schläft, der kann es zu etwas bringen

Wie sich die Zeiten ändern. Noch vor zehn Jahren standen viele Jugendliche mit großen Augen chancenlos vor den mächtigen Personalchefs. Damals musste kein Unternehmen auf einer Berufsberatungsmesse Auszubildende anwerben. Auf eine Lehrstelle kamen so oder so meistens zwei oder noch viel mehr Bewerber. Das ist jetzt ganz anders. Deshalb entsandten manche Firmen gleich vier Mitarbeiter zur Ausbildungsbörse nach Plauen. Den 2.500 Besuchern stellten sich 115 namhafte Unternehmen aus der Region vor. Haben Sie einen Job mit Zukunft? Diese Frage wurde von den umworbenen Teenagern ganz konkret gestellt. Jens Göhrisch aus Ranspach war gut vorbereitet. "Wir sind bei Linhardt in Pausa 220 Leute. Wir produzieren Tuben für L'Oreal, Mobilat oder Voltaren. Am Tag eine Million Stück", ließ der 28-Jährige aufhorchen. Der Industriemechaniker sagt: "Mein Beruf ist gefragt ohne Ende. Wer ihn gut beherrscht, der wird im Vogtland auch einen tollen Job finden", ist sich der Linhardt-Ausbilder sicher. "Wir sind mehr als zufrieden", resümierte auch Petra Schindler, Personalverantwortliche der Wema Technology GmbH in Plauen. "Mit zahlreichen Jugendlichen haben wir viele gute Gespräche geführt. Im kommenden Jahr beabsichtigen wir in vier Berufsrichtungen auszubilden", so Petra Schindler. Viele Bewerbungsmappen in der Festhalle wechselten vor Ort gleich in die Hände der Arbeitgeber. Ganz zur Freude der Veranstalter, IHK und Arbeitsagentur. "Wir freuen uns über die sehr gute Resonanz bei den Jugendlichen und den Eltern. Trotz des demografischen Wandels auf dem Ausbildungsmarkt verläuft der direkte Einstieg ins Berufsleben oft nicht reibungslos", stellt Agenturchefin Helga Lutz fest. In der Tat: Wer an einen Selbstläufer glaubt, der kann großes Pech haben. Denn die Unternehmen schauen nach wie vor ganz genau hin.