Was man über die Erdbeben im Vogtland wissen muss

Geologie Landesamt ruft Bürger zur Hilfe auf

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Foto: Valio84sl/Getty Images/iStockphoto

In den letzten Wochen erschütterten das Vogtland und die Grenzregion zur Tschechischen Republik mehrere Erdbeben. Am Montag wurde laut des Seismologie-Verbundes Sachsens das bisher stärkste Beben seit dem 10. Mai registriert, denn die offiziell bestätigte Magnitude habe bei 3,8 auf der Richterskala gelegen. Das teilte das Sächsische Amt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) am Dienstag mit. Das Deutsche Geoforschungszentrum in Potsdam geht sogar von einer Stärke von 4,2 aus. Doch wie lassen sich die Zahlen einordnen?

Experten halten zenntausend Einzelereignisse für möglich

Die Richterskala ist eine Magnitudenskala, die Messungen, nicht weit vom Epizentrum des Erbebens enfernt, darstellt. Dabei reicht die Skala von kleiner als 2,0 bis größer als 10,0, wobei letzteres bis heute noch nie gemessen wurde.

Erschütterungen, die unter der Magnitude von 2,0 liegen, bezeichnet man als "Mikro-Erdbeben". Diese spürt man im Normalfall nicht. Auch Beben bis zur Stärke 3,0 werden selten bemerkt und richten in der Regel keine Schäden an. Erst ab einer Magnitude von 3,0 spüren wir Menschen die Beben. Die größte bisher aufgezeichnete Magnitude liegt bei 9,5. Gemessen wurde sie bei dem Erdbeben 1960 in Chile.

Seit dem 10. Mai tritt der Erdbebenschwarm nun auch im sächsischen Vogtland auf. Das Herdgebiet, auch Epizentrum genannt, befindet sich dabei meistens östlich von Luby in der Tschechischen Republik. Seit dem ersten Beben traten mindestens acht weitere mit einer Magnitude über 3,0 auf der Richterskala auf.

Die Region Vogtland/Nordwestböhmen ist bekannt für ihre Schwarmbeben. Erdbebenexperten des Landesamtes halten es für möglich, innerhalb weniger Monate über zehntausend Einzelereignisse zu registrieren.

Das Landesamt bittet nun alle Bürger, ihre Erlebnisse und Kenntnisse mitzuteilen. "Alle Wahrnehmungen zu diesem Erdbeben sind wichtig", so das Amt. Sie rufen dazu auf, einen Fragebogen unter http://home.uni-leipzig.de/collm/Formular.html auszufüllen, um folgende Beben besser analysieren zu können.