Weiter mit zwei Systemen

Mülldebatte Kreistagsentscheidung: Vorerst bleibt Plauen eigenständig

Die Sache mit dem Müll wird die Vogtländer noch lange beschäftigen. Eben weil es zwei vollkommen unterschiedliche Entsorgungssysteme im Vogtland gibt. Jetzt hat der Kreistag entschieden: Bis 2018 bleibt für den Bürger alles annähernd so wie es bisher war. Das heißt: Die Plauener müssen keine Müllbanderolen kaufen. Noch nicht. "Das Ergebnis war mit 32:31 Stimmen im Kreistag sehr knapp. Aber es ist eine faire Lösung", begrüßte der Plauener Stadtrat Bernd Stubenrauch (SPD) die Übergangsfrist. Die Spitzenstadt muss nach dem Verlust der Kreisfreiheit ihr eigenes Entsorgungssystem aufgeben und sich eingliedern lassen in den Vogtlandkreis. Ursprünglich hätte es bereits am 1. Januar 2014 zur Fusion kommen sollen. Nun ist der Neujahrstag 2019 als Neustart vorgesehen. Bernd Stubenrauch erklärte gestern auf Nachfrage: "Bis dahin sind wir alle gefordert. Kreistag und Stadtrat. Denn wer ehrlich ist, der wird feststellen, dass beide Systeme nicht die Ideallösung sind", so der Politiker. Das Problem: Das Banderolensystem des Vogtlandkreises funktioniert offenbar relativ problemlos dort, wo weniger Menschen Wohnraum teilen. In großen Wohnanlagen gilt es jedoch, so genannte Müllgemeinschaften zu bilden. Das heißt, wer weniger Müll verursacht, der bezahlt automatisch für den Nachbarn mit. "Das kann doch nicht wirklich wahr sein", protestierte BLICK-Leser Frank Schubert, der wie viele andere Plauener Sturm lief. Zugleich steht auch fest, dass das Plauener System nicht zur Müllvermeidung animiert. Lesen Sie dazu "Angemerkt".