Dem Westen den Schneid abgekauft

Umzug Firmenzentrale siedelte von Wuppertal nach Greiz um

Greiz. 

Vom Westen in den Osten gegangen sind hunderte deutsche Unternehmen. Gemeint sind aber Länder wie Polen oder Rumänien. Rainer Trautlofft jedoch ist vom Westen in den Osten Deutschlands umgesiedelt. Der in Plauen lebende Kaufmann hat die Firmenzentrale der Firma Hildesheim & Mosblech (Hilmo) vor zehn Jahren von Wuppertal nach Greiz verpflanzt. Genau in jene Weberei, die vor 95 Jahren von seinem Opa Paul in Greiz-Sachswitz aufgebaut wurde. "Einst haben hier 300 Leute gearbeitet. Das war einer der bedeutendsten Textilbetriebe der Region", führt Rainer Trautlofft durch die großen Fabrikhallen. Trotz der Übermacht aus Asien liefert seine Firma heute Schmalgewebe und Feingeflechte in 43 Länder auf allen Kontinenten.

"Wir sind 1977 von hier weggegangen, nachdem man meinem Vater Kurt 1972 enteignet hatte", blickt der inzwischen 70-Jährige zurück auf das schwärzeste Kapitel der Familiengeschichte. Rainer Trautlofft machte im Westen Karriere, er kaufte das Hilmo-Unternehmen, in dem er zuvor gearbeitet hatte und inzwischen sind für das Geschäftsführer-Ehepaar Ingrid und Rainer Trautlofft an verschiedenen Standorten 100 Beschäftigte tätig. Weil Rainer Trautlofft längst Platz hat in seinen heiligen Hallen, kam dem Musikfreund nun eine revolutionäre Idee: "Einen richtigen Musikanten-Stadl aufbauen will ich", kündigt der Freund von Stefanie und Eberhard Hertel an. Die beiden Volksmusikstars kommen nun zur Hilmo-Stadl-Premiere am 15. Dezember ab 16 Uhr nach Greiz. In der Greizer-Tourist-Information erfuhr der BLICK gestern: "Wir haben keine Karten mehr."

Die letzten Plätze können demnach nur noch unter der Rufnummer 036621-2450 reserviert werden.