Offenes Bürgergespräch mit Michael Kretschmer

Politik Ministerpräsident spricht mit Menschen am Anfang des Vogtlandes

Pausa-Mühltroff. 

Pausa-Mühltroff. Michael Kretschmer scheint es im Vogtland zu gefallen. Nach seinem Besuch im Mühltroffer Schloss Anfang des Jahres kam der Ministerpräsident erneut in die Stadt Pausa-Mühltroff. Am Montagabend fand ein offenes Bürgergespräch mit Ministerpräsident Michael Kretschmer in Pausa-Mühltroff statt, welches von Interesse, Respekt, Offenheit und Dankbarkeit geprägt war. Auch ihre Sorgen brachten Einwohner vor. Ein Dringlichkeitsantrag gehörte dazu. Am Ende des Abends, ließ der Ministerpräsident es sich nicht nehmen ein typisch vogtländisches Bier zu genießen.

Dinge gemeinsam angehen

Sympathiepunkte erntete der erste Mann des Freistaates gleich zu Beginn der zweistündigen Veranstaltung, als er vor fast 150 Besuchern verkündete: "Ich gehe aus jedem Termin schlauer heraus." Damit meinte er die Vor-Ort-Gespräche mit den Menschen, die die Situation und Probleme in ihrem Wohnort schildern. Die Bürgernähe war auch in Pausa deutlich zu spüren, Kretschmer nahm jedes Thema ernst, ob Umsatzeinbußen, Feuerwehrprobleme, Windkraftausbau, Sport oder Kleintierzüchter. Und er gestand auch Fehler ein, die gemacht wurden.

"Ich will die Dinge, die uns wichtig sind, gemeinsam besprechen", erklärte der Ministerpräsident. Projekte, die die Menschen vor Ort realisieren wollen. Dass sie sich dafür streiten, sich die Köpfe einhauen. "Ich möchte, dass vieles kommunal entschieden wird, was den Menschen wichtig ist. Das kann in Pausa-Mühltroff anderes sein als in Reichenbach, weil die Leute anders denken."

Als erstes ans Rednerpult trat Dirk Förster, von Leipzig hergezogen, Stadtrat in Pausa-Mühltroff. Er fragte, warum man Investitionen für die Freiwilligen Feuerwehren nicht zentral regelt. Hier sprach Kretschmer die Stärkung des ländlichen Raumes an. Genauso wie beim Thema öffentlicher Nahverkehr, welches Jens Reinhold aus Pausa nannte. Michael Pohl, Bürgermeister von Pausa-Mühltroff, erklärte, dass "in Pausa kein Zug mehr halten wird". Dafür gebe es Rufbusse, in die man an jeder Haltstelle einsteigen könne.

Gudrun Müller, Ortsvorsteherin vom Nachbarort Ranspach, machte auf den Zustand der Ortsstraße aufmerksam. "Seit DDR-Zeit sind hier nur Flickarbeiten gemacht worden." Ihr großer Wunsch sei, dass ihr Dringlichkeitsantrag befürwortet wird. Den übergab sie Kretschmer persönlich.

Windkraft über Bäume?

Vom Verein Provogtlandschaft e.V. sprachen gleich zwei Vertreter: "Die Region verliert ihr Gesicht, wenn zu dem Windpark in Ebersgrün ein weiterer auf Thüringer Seite dazu kommt, mit Windkraftanlagen, die doppelt so groß sind wie die jetzigen", argumentierte Jens Maul, der auf Unterstützung der Politik hofft. Der Ministerpräsident nannte die 1000-Meter-Abstandsregel, die umgesetzt wird. Und: "Ich finde, man kann solche Dinge nicht gegen die Bevölkerung machen." Da man im dicht besiedelten Vogtland kaum die Chance habe, diese Regel umzusetzen, werde man versuchen, die Windkraft auf einem Minimum zu halten, so Landrat Rolf Keil. Michael Kretschmer sagte zum Problem Windkraft im Wald, welches Thomas Hohl von den Grünen und von Pro Vogtlandschaft e.V. ansprach: "Windkraft über Bäume, das wird es in Sachsen nicht geben. Ob Wald oder Forst." Das seien zwei verschiedene Bezeichnungen.

Kritik, Danksagungen und Wünsche

Vom Reichenbacher Verein "Leuchtturm", trat Annemarie Schramm ans Rednerpult. "Ich möchte einfach nur danke sagen." Die finanzielle Unterstützung kam schnell und habe dem Verein sehr geholfen. Der Reichenbacherin schlossen sich weitere Danksagungen an, wie etwa Birgit Ehrhardt, die in Pausa das Seniorenheim mit bayerischem Träger leitet. Sie dankte den Pausaern für ihr Verständnis, der FFw, die immer da ist, wenn sie gebraucht wird, und der Staatskanzlei für das Vertrauen, dass durch den Gartenbereich Kontakte der alten Menschen möglich gewesen wären.

Sie kritisierte aber auch das Tarif-Gefälle Ost-West und wann die Corona-Prämie an die Mitarbeiter ausgezahlt werde, die "tolle Arbeit unter immer noch erschwerten Bedingungen leisten". Den August nannte hierfür Kretschmer. Für den Verein Arbeitsloseninitiative Sachsen sprach Johnny Ansorge und dankte Konstanze Schramm, für den Kraftsportverein Pausa Ulrich Leitholt. In letzterem gehe das Training wieder aufwärts. Dass die Eltern bei Training ihrer Kinder wegen Corona nicht dabei sein durften, bekannte Kretschmer als Fehler, der jetzt behoben sei. An die geplante Umwandlung der Plauener Berufsakademie in eine duale Hochschule erinnerte Sina Krieger von der IHK Plauen. Das sei durch die Bindung an Unternehmen eine Chance, junge Leute in der Region zu halten. Ulrich Weiß aus Mühltroff äußerte seinen Wunsch, dass der Putz am Schloss erneuert wird. Und auch, dass die Kleintierzüchter gerne wieder ihre Ausstellungen durchführen würden. Heidrun Bauer von der Drachenhöhle Syrau und dem Fremdenverkehrsverein Rosenbach lenkte den Blick auf den Tourismus im Vogtland und lud den Ministerpräsidenten in die Drachenhöhle ein.

"Ich bin sehr gerne hier, am Anfang von Sachsen und des Vogtlandes", so Michael