Zug-Verbindungen droht das Aus

Nahverkehr Vogtlandbahn schaltet bei der geplanten Finanzierungs-Verordnung auf Rot

Bei der Belegschaft der Vogtlandbahn schrillen die Alarmglocken. Geht es nach Verkehrsminister Sven Morlok, soll dem Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) in Sachsen der Geldhahn zugedreht werden. Im Visier der Staatsregierung stehen die weniger gut ausgelasteten Zugverbindungen der Region. Konkret geht es um die Bahnverbindungen Bad Brambach- Plauen, Weischlitz- Plauen- Greiz, Mehltheuer- Gera und Klingenthal- Auerbach- Herlasgrün. Statt Zügen will Morlock im ländlichen Raum künftig Busse rollen lassen. Die wären unterm Strich preiswerter. Statt Zuschüssen von 10 Euro je Kilometer für den Bahnbetrieb sollen künftig nur noch drei Euro für Busse fließen. Gegenwärtig wird im Landtag über eine neue Finanzierungs-Verordnung des ÖPNV diskutiert. Keine guten Nachrichten für Vogtlandbahn-Geschäftsführer Gerhard Knöbel. "Wir hoffen auf bessere Zeichen." Rund 100 Arbeitsplätze hängen am Vogtlandnetz. Dazu kommen 80 Verwaltungs- und Werkstatt-Mitarbeiter am Standort Neumark. Betriebsrats-Vorsitzender Jens Brenner weiß, was die Stunde geschlagen hat. "Die Diskussion sorgt bei den Kollegen für viel Unruhe. Es geht um gut bezahlte Arbeitsplätze." Bei Thorsten Müller regt sich Widerstand. Der ÖPNV-Zweckverbands-Geschäftsführer für das Vogtland lehnt eine neue Finanzierungs-Verordnung kategorisch ab. Aus seiner Sicht müssen die Weichen anders gestellt werden. Als Alternative zum Abbau des Schienennetzes sieht er die verstärkte Anbindung an den Eisenbahnverkehr über Verbund- und Landesgrenzen hinweg. Nach Einschätzung Knöbels sei die Umstellung von Bahn auf Bus und die damit verbundene Einsparung von Zuschüssen zu kurz gedacht. "Erfahrungsgemäß führt das zu Fahrgastrückgängen von 50 bis 70 Prozent." Der Plauener Landtags-Abgeordneter Frank Heidan (CDU) will die Argumente aus dem Vogtland in Dresden zur Sprache bringen. Kommenden Freitag gibt es im Landtag eine Anhörung zum Thema. Argumente für eine Entwurfsänderung der geplanten Verordnung dürften auch die bisherigen Investitionen der Vogtlandbahn sein, glaubt Heidan. "Die dürfen nicht für den alten Fritz gewesen sein." Bis 2027 will das Bahnunternehmen weitere 30 Millionen Euro unter anderem für neue Fahrzeuge und Bahnsteige locker machen.