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Discount-Markt in Pausa schließt zum Jahresende

regionales Über den Grund informiert die Penny Markt GmbH

Pausa. 

Pausa. Gemunkelt wurde es im Städtchen bereits, jetzt hat es die Penny Markt GmbH bestätigt: Der Nahversorger in Pausa soll schließen. "Die Schließung des Marktes erfolgt im Dezember 2021", informiert Rico Heinze, Expansionsmanager Region Ost von der Penny GmbH mit Sitz in Großbeeren (Brandenburg) auf Anfrage Der Grund: "Eine Weiterbetreibung mit unseren neuen Verkaufskonzepten ist aufgrund der unzeitgemäßen Objektanlage leider nicht mehr möglich." Der Discounter ist in dem Gebäude eingemietet.

Der Verein Arbeitsloseninitiative Sachsen e.V. mit Sitz in Pausa macht sich seit Jahren Sorgen, dass immer mehr Geschäfte in der Stadt schließen. Jahrelang initiierte der Verein die halbjährliche stattfindenden Modenschauen, damit sich Schmuckgeschäft, Friseur, Optiker, Drogerie, Bäcker, Mode- und Schuhboutique, auch Reisebüro oder Blumengeschäft mit ihren Produkten öffentlich präsentieren konnten. Dennoch wurden die Geschäfte in der Innenstadt immer weniger an der Zahl. Konstanze Schumann vom ALI-Verein hält mit ihrer Kritik nicht hinterm Berg, dass die Stadtverwaltung zu wenig tue. "Ich bin maßlos enttäuscht, dass man so wenig für die kleinen Gewerbetreibenden tut und sie keine Wahrnehmung erfahren. An uns wird das noch immer gerne herangetragen durch unsere regen Kontakte zu den Modenschauen. Der Frust ist groß, dass keiner mal sich um die Belange kümmert oder ganz einfach fragt - wie geht es euch? Wenn immer mehr Kleinunternehmen schließen, wird es auch für die noch existierenden Unternehmen immer schwerer zu überleben."

Auch durch die Schließung des Discounters im Stadtzentrum sieht Konstanze Schumann Synergieeffekte, allerdings negative: "Es sind auch viele Leute aus den umliegenden Orten, die hier einkaufen. Und die das verbinden mit einem Einkauf in der nahe gelegenen Apotheke, Drogerie oder im Kaufhaus zur Erdachse, wo es Haushaltwaren und Dekorationsartikel gibt."

Drei Einkaufsmärkte hat Pausa derzeit. Zwei würden ausreichen, so Schumann. Doch ausgerechnet der Discounter im Stadtzentrum soll schließen. "Für viele ältere Einwohner ist es einfacher, im Stadtzentrum einzukaufen." Die beiden anderen Märkte befinden sich im Stadtein- bzw. Stadtausgang, einer in Richtung Plauen bzw. Ranspach, einer Richtung Zeulenroda. Voriges Jahr schlossen in Pausa das Reisebüro und die Heißmangel, so Schumann. Im Stadtzentrum hat weiterhin die Bäckerei Röber zum Jahresende 2020 geschlossen, weil ein Nachfolger fehlte und der Familie Investitionen, wie sie wohl nötig gewesen wären, zu hoch gewesen wären.

Auch in das zweigeschossige Geschäftshaus, in welchem Penny ansässig ist, müsste wohl investiert werden. "Von hinten drückt das Wasser ins Haus rein", vermutet Schumann. Der Eigentümer, der in München seinen Sitz haben soll, müsste sanieren und renovieren. Im Obergeschoss, das per Lift oder Treppe zu erreichen ist, sind noch ein Zahnarzt und eine Physiotherapie angesiedelt. Das Geschäftshaus wurde erst nach der Wende errichtet. Die Fassadengestaltung erinnert an die alte Schule, die hier einst stand. Als die Pausaer Schule in den 1980-er Jahren in den Neubau in der Pestalozzistraße umzog, wurde das Haus danach als Wohnheim für ausländische Arbeiter genutzt. Nach der Wende erfolgte der Abriss, ein Neubau entstand auf der Fläche, auf welcher es früher, bis 1874 den Brauteich gab. Diese Informationen haben der Pausaer Heimatverein und die Wandergruppe "Erdachse" Pausa e.V. erarbeitet und auf einem Schild an der Vorderansicht des Hauses zur Straße angebracht.

Wenn die Gründe für die Schließung von Penny wirtschaftlicher Art sind, sei das zu verstehen, so Konstanze Schumann. "Wir wollen die Entscheidung auch nicht verurteilen. Aber wir möchten aufmerksam machen und nicht nur zuschauen." Man müsse zumindest probieren, etwas dagegen zu tun. Das sei besser, als gar nichts zu tun. Deshalb hat der ALI-Verein eine Anfrage an die Firmenzentrale in Köln gesendet. Eine Antwort steht noch aus. Darüber hinaus hat der Verein eine Unterschriftenliste in Gang gesetzt, um Stimmen für den Erhalt eines Nahversorgers im Stadtzentrum einzuholen. Das Problem besteht momentan darin, geeignete Auslegestellen zu finden, so Konstanze Schumann. Das sei nicht so einfach, da ja die meisten Geschäfte geschlossen haben müssen.