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Ein Abschiedsspiel für Mathias Köhler

Fussball VfB-Plauen-Nord-Spieler "Matsche" steigt zum Abschied nochmal auf

Plauen. 

Plauen. Abschiedsspiele gibt es nur für die ganz Großen. "Deshalb konnte ich es auch nicht glauben, dass man für mich solch ein Event organisiert hat." Mathias Köhler sagt das mit zittriger Stimme. Denn der VfB Plauen Nord hat seinem bescheidenen Jahrhundertfußballer zum Abschied genau ein solches Fest geschenkt. 70 Zuschauer sowie 30 Aktive und Funktionäre waren nur für "Matsche" auf den Nord-Platz gekommen. Darunter auch acht Sportler vom legendären Landesliga-Team des 1. FC Rodewisch.

Mit 52 Jahren hat Mathias Köhler noch erste Mannschaft gespielt

Doch der Reihe nach. Mathias Köhler ist ein Mann der Superlative. Mit 52 Jahren war der Defensivstratege noch fester Bestandteil der ersten Männer-Mannschaft. 14 Einsätze, 824 Spielminuten, zwei Tore - das ist seine Arbeitsbilanz beim Kreisliga-Fünften.

Mit der zweiten Mannschaft hat der Plauener zum Karriere-Ende sogar die Meisterschaft gefeiert. Als Staffelsieger (2. Kreisklasse, Staffel 4) ist Mathias nun sogar noch einmal aufgestiegen. "Das ist echt verrückt. Aber jetzt ist wirklich Schluss", sagt der Vorzeigesportsmann. Dass seine sportliche Blütezeit bereits 20 Jahre zurückliegt, man mag es kaum glauben.

Vor 35 Jahren wurde "Matsche" entdeckt

Rückblick: 1983 wurde der Stratege vom legendären Plauener Fußballcoach Heinz Müller (leider 2017 verstorben) entdeckt. Mathias Köhler gehörte damals zu den Größen der vogtländischen Fußballszene. Für alle jüngeren Leser: Die Spieler von Wema und später vom VFC, sie waren seinerzeit bekannter als so mancher DJ. Und Mathias Köhler gehört noch zu jenen Sportkameraden, die eben nicht des Geldes wegen irgendwo spielen.

"Matsche" hat immer nur auf sein Herz gehört. "Ich habe elf Jahre bei Fortschritt Plauen gespielt. Dann bekam ich die Chance zu Motor/Wema/Aufbau zu wechseln. Darauf bin ich heute noch stolz." Später wurde aus seinem Verein der VFC Plauen (1990 umbenannt) und Mathias Köhler wurde zweimal mit seinem Heimatverein Sachsenmeister und so zum Oberligaspieler.

Auch in Rodewisch war der Plauener beliebt

Auch beim 1. FC Rodewisch (1994 - 1999) hat sich der Plauener sehr wohl und zu Hause gefühlt. Vor 19 Jahren beendete Mathias Köhler dort seine leistungssportliche Laufbahn. Es war einfach alles zu viel geworden. Denn der Stratege ist auch beruflich ein Leitwolf.

Beinahe kaum zu glauben, aber Tatsache: Mathias Köhler arbeitet unter der Woche als Montageleiter bei einem bayrischen Automobilzulieferer in Tschechien. "Ich bin für 40 Mitarbeiter verantwortlich und konnte deshalb auch nicht am Mannschaftstraining teilnehmen", berichtet der Libero, der aber auch schon als Stürmer zum Einsatz kam.

"Ich kann nur allen Dankeschön sagen"

Als nun zum Abschiedsspiel seine früheren Kameraden vom 1. FC Rodewisch auftauchten, war Mathias sprachlos. "Es war für mich eine große Ehre noch einmal mit Trainer Ralf Kraft, Torwart Jörg Frister, Frank Kleber, Jan Hohmuth, Torsten Bernhardt, Torsten Pöhland, Rigo Pehlke und Ulf Hocher zusammen ein Spiel zu bestreiten." Auch Mario Wülfert (VFC) und Thomas Riedel (SG Jößnitz) waren gekommen.

Seinen Sportfreunden vom VfB Nord ist Mathias auf immer und ewig dankbar. "Allen voran René Mocker, Bernd Oberdorfer und Uwe Sommer. Und natürlich möchte ich auch meiner lieben Ehefrau danken. Meine Heike hat mir den Rücken freigehalten." Fußball wurde übrigens auch gespielt. Das Spiel zwischen dem VfB Plauen Nord und der der Mathias-Köhler-Auswahl endete 5:5-Unentschieden. Ab kommender Saison sitzt "Matsche" dann neben VfB-Coach René Mocker als Co-Trainer auf der Bank.



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