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Erinnerung an Ungarn im VEB

Projekt Neue Gedenksäule in Elsterberg enthüllt

Als Elsterbergs Bürgermeister Sandro Bauroth am Samstag die hölzerne Gedenksäule enthüllte, kamen Emotionen auf. Manchem standen vor Rührung Tränen in den Augen. Rund um den Springbrunnen am Gustav-Voigt-Platz kamen Menschen zusammen, die viele Erinnerungen teilten. Die "Kopjafa" - wie die Säule in Ungarn genannt wird - soll an die ungarischen Gastarbeiter erinnern, die zu DDR-Zeiten im ehemaligen Kunstseiden-Werk Elsterberg (Enka) arbeiteten. Einige von ihnen sind geblieben und leben heute noch in Elsterberg und Umgebung.

Grundlage war ein Abkommen beider Länder aus dem Jahr 1967. Zum Erwerb praktischer Berufserfahrung in sozialistischen Betrieben fanden die Magyaren in der DDR eine zeitweilige Beschäftigung. Vom Enka-Werk ist heute nichts mehr zu sehen. Die Industriebrache ist inzwischen revitalisiert. Demnächst wird das ehemalige Arbeiterwohnheim - dort wurden auch Ungarn untergebracht - abgerissen.

"Mit der Säule haben wir wieder einen Platz, wo wir uns treffen können", freute sich Gyula Csukàrdi. Als junger Mann kam er Anfang der 1970er Jahre nach Elsterberg. Die Zeit im damals noch volkseigenen Betrieb hat ihn geprägt. Auf der Säule sind unter anderem Symbole der Chemieindustrie zu sehen. Vor wenigen Tagen holte der Bürgermeister das Kunstwerk persönlich mit einem Transporter des Bauhofes aus Ungarn ab. Die Enthüllung stehe auch für die Hoffnung auf Wiederbelebung des Standorts. "Vielleicht ist die Säule ein Glücksbringer für neue Investoren."