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Herkulesaufgabe für den HC Einheit

Handball Die Plauener gelten als Abstiegskandidat Nummer eins in der Oberliga

Plauen. 

Plauen. Eine Woche vor den Saisonstart hat der HC Einheit Plauen sein Team vorgestellt. Es wird eine unglaublich spannende Spielzeit. Denn während Stadtrivale SV 04 Oberlosa in der Mitteldeutschen Oberliga sogar als Meisterschaftsanwärter gehandelt wird, nennen die Trainer der anderen Vereine den HC Einheit Plauen nach dessen Last-Minute-Regegations-Rettung nun als Abstiegskandidat Nummer eins. Die Rot-Weißen nehmen diese Herausforderung an. Mit offenem visier!

Der Aderlass ist enorm, aber Panik gibt es keine

Der HC Einheit Plauen hat mit Kapitän Marc Multhauf (135 Tore) und Matyias Mandaus (87) gleich zwei schwere Verluste erlitten. Zudem verließ Alin Bosneac den Verein. Franz Zobirei kann als Bundespolizist kommende Saison nur noch im Notfall aushelfen. Und Jan Richter fungiert inzwischen als Co-Trainer, weil er nach seinen schweren Verletzungen nie wieder richtig in Tritt kam. Trainer Rüdiger Bones coacht unterdessen künftig die Frauen vom BSV Sachsen Zwickau (2. Bundesliga). "Damit ist klar, dass wir vor einer Herkulesaufgabe stehen", redet Sabrina Lukas gar nicht erst um den heißen Brei. Die Vorstandsfrau ließ trotzdem durchblicken, dass beim HCE keiner in Panik verfallen ist.

Beim HCE weiß jeder, dass es schwer wird

Diesen Eindruck vermittelte auch der neue Trainer. Verpflichtet wurde ausgerechnet Michel Wiesend, der mit 38 Jahren zwar bereits auf 18 Spielzeiten als Trainer blicken kann, dem aber im Männerbereich die wirklich höherklassige Erfahrung fehlt. Dafür aber ist der einstige Oberlosaer unverbraucht und jung. Er kommt aus der Region und muss somit nicht wie seine Vorgänger Rüdiger Bones (Leipzig) und Sven Liesegang (Magdeburg) weit fahren. Der Plauener gilt als exzellenter Nachwuchs-Coach, sodass er gerade mit jungen Leuten gut umgehen kann. "Ich hatte gelesen, dass Einheit noch immer auf Trainersuche ist und habe am 12. Juni schriftlich gefragt, ob ich helfen kann", berichtet Michel Wiesend, der nur wenige Tage später den Zuschlag erhielt, während Einheit zeitgleich noch mit zwei anderen Kandidaten Gespräche führte.

Der HC Einheit ist eine Wundertüte geworden

Jetzt sieht Michel Wiesend nicht nur das "Projekt Klassenerhalt" beim HC Einheit als eine Art Wundertüte. Er glaubt: "Fast die ganze Liga ist unberechenbar und dicht beieinander. Wir haben durch die sehr späten Vertragsabschlüsse noch einiges an Trainingsrückstand aufzuholen." Und der 38-Jährige überraschte gleich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt: "Ich möchte nicht nur einfach um den Klassenerhalt kämpfen. Ich glaube, unser Team hat Potenzial. Mein persönlicher Wunschtraum wäre ein einstelliger Tabellenplatz." Vor allem der Teamgeist in der Mannschaft und die drei Neuverpflichtungen stimmen ihn hoffnungsvoll. So hat sich Alvaro Rajic (25 Jahre / HSG Freiberg) beim Versuch in die 3. Liga zum ThSV Eisenach zu wechseln verzockt. "Ich wollte aber nicht nach Freiberg zurück. Jetzt gebe ich in Plauen Vollgas." Rückraumschütze Rajic ist ebenso in die Spitzenstadt gezogen wie Martin Danowski (25, Kreismitte), der vom Drittligisten Gelnhausen kommt. Der aus Delitzsch stammende Levin Kies (17, Rückraum) wohnt ebenfalls in Plauen. Er wechselte aus Aue in die Spitzenstadt.

Pascal Wolf trainiert schon wieder ganz leise

Aufatmen dürfen die Einheit-Fans im Fall von Pascal Wolf. Die ursprünglich angenommene schwere Verletzung hat sich nun als weniger schwerwiegend entpuppt. Trainer Michel Wiesend: "Pascal hatte den Knöchel ausgekugelt. Vielleicht kann er im ersten Heimspiel schon wieder auflaufen." Einheit startet am kommenden Samstag (19 Uhr) beim bärenstarken Aufsteiger HBV Jena. Der Verein hat wieder einen 100.000-Euro-Etat auf die Beine gestellt und hofft auf einen 550-Zuschauer-Schnitt wie vergangene Saison (551).