Himmels-Späher feiern Jubiläum

Jubiläum Astro-Fan trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Rodewisch ein

Rodewisch. 

Rodewisch. Junge Leute für den Sternenhimmel zu begeistern, ist ihre Mission. Der langjährige Sternwarten-Leiter Jochen Engelmann und Anke Graf vom Rodewischer Pestalozzi-Gymnasium sorgen für spannende Astro-Erlebnisse. Am Mittwoch blickten die beiden gemeinsam mit geladenen Gästen in einer Festveranstaltung im Planetarium auf 70 Jahre Sternwarte in Rodewisch zurück. Die Erstbeobachtung des sowjetischen Satelliten "Sputnik 1" sorgte im Jahr 1957 für Schlagzeilen. Damit begann eine Ära der Satellitenbahn-Vermessungen, die in internationaler Zusammenarbeit mündete.

Bis zum Umzug ins neue Gebäudes an der Rützengrüner Straße wurde der Himmel vom Turm der Pestalozzi-Schule beobachtet. Derzeit wird der Standort umfassend saniert. Am Freitag vergaben die Stadträte den Auftrag für ein neues Fernrohr.

70 Jahre Sternwarte in Rodewisch

Seitdem Sigmund Jähn 1978 als erster Deutscher in den Weltraum flog, trägt die Sternwarte seinen Namen. Am Mittwoch jährte sich die Gründung der Einrichtung zum 70. Mal. Anlass genug, sich zu einer Festveranstaltung zu versammeln. Aufgrund der Corona-Lage erhoben an diesem Abend nur geladene Gäste ihre Gläser.

Sternwarten-Leiter Olaf Graf blickte in einer Präsentation auf einige Höhepunkte zurück. Sein Vorgänger Jochen Engelmann hörte gespannt zu. Die Sternwarte, in der er heute noch eine Arbeitsgemeinschaft leitet, hat sein Leben mit geprägt. "Als Schüler war ich früher selbst in der AG der Sternwarte", verriet der Astro-Fan. Das ist nun über 50 Jahre her. Später leitete Engelmann die Sternwarte 17 Jahre selbst. Zur Feier des Tages durfte er sich ins Goldene Buch der Stadt Rodewisch eintragen. Bürgermeisterin Kerstin Schöniger assistierte ihm gern. Besonders stolz ist der ehemalige Chef der Sternengucker auf die Jugendarbeit. "Es ist uns immer wieder gelungen, Schüler zu gewinnen, die für die Astronomie brennen." Mit ihrer Hilfe sei es gelungen, dass die Veranstaltungen für alle Altersgruppen im Laufe der Zeit immer attraktiver wurden.

Mit bis zu 20.000 Besuchern im Jahr etablierte sich das Planetarium zum Besuchermagneten. Heute wird hier auch der Physikunterricht des Rodewischer Gymnasiums eingebunden. Selbst die Knirpse der benachbarte Kita greifen als junge Forscher schon nach den Sternen. Seit 2017 kann man sich hier auch trauen lassen.