Hopfensbrücke: Mit Fontäne und Luftballons eingeweiht

Umbau Fußgängerbrücke für Mühltroffer wieder nutzbar

Foto: Simone Zeh

Mühltroff. Nichts mit Hopfensaft und Biertransport zu tun hat die Fußgängerbrücke in Mühltroff, die jetzt wieder ihrer Bestimmung übergeben wurde. Sondern ihr Name geht zurück auf eine Familie, die einen Kolonialwarenladen in einem Haus an der besagten Brücke betrieb.

Zu Hopfens Laden

"C.A. Hopf Junior gehörte dieser. "Wir gehen zu Hopfens Laden, so sagten die Mühltroffer früher", erklärte Mario Taubner Wude, Ortsvorsteher von Mühltroff. Er kennt sich mit der Historie des Städtchens gut aus, übernimmt regelmäßig die Schlossführungen des Fördervereins. Wie lange es den Kolonialwarenladen gab? "Bis Anfang des 20. Jahrhunderts."

Zum Brückenfest konnten die Besucher anhand einer Dokumentation in Wort und Bild den Werdegang der Brücke nachvollziehen. "Ein Fehler ist eingebaut. Es ist heute unser Gewinnspiel, den zu finden", so Taubner-Wude. Bis dato war nämlich stets von einer "Hopfenbrücke" die Rede, was die Vermutung auf Bierherstellung oder -transporte über die Brücke nahe legte. Jetzt weiß jeder, es heißt richtig "Hopfensbrücke".

Brücken-Historie begann 1393

"Die Brücke wurde erstmals 1393 in der Geschichte Mühltroffs erwähnt", so Mario Taubner-Wude. "Es fuhren dazumal die Edlen Säcke und die Grafen von Kospoth mit Kutschen drüber. Es war die Hauptstraßenbrücke, und 1945 fuhren auch die Panzer und Lkw's drüber." Später wurde sie gesperrt und konnte nur noch von Fußgängern benutzt werden.

Im Juli 2013 war es, als der tatsächliche Zustand des Brücke nach dem Hochwasser gewahr wurde. Von Gefahr in Verzug war die Rede. Die Fußgängerbrücke einfach zu erneuern, gestaltete sich schwieriger als gedacht, denn der Denkmalschutz hatte ein Wörtchen mitzureden. 460.000 Euro kostete die Sanierung über die Hochwasserschadenbeseitigung von 2013, der Bau wurde zu hundert Prozent gefördert.

Offiziell eingeweiht

Am Freitag nun war die offizielle Einweihung, welche die Mühltroffer bei schönstem Sonnenwetter feierten. Kinder ließen Luftballons steigen. Blau-weiße Schleifen schmückten die Brücke, auf welcher Tische und Bänke zum Verweilen einluden. Die Feuerwehr sorgte unter der Brücke für eine Fontäne auf der Wisenta. Den symbolischen Banddurchschnitt vollzogen der Ortvorsteher von Mühltroff und Jonny Ansorge, Bürgermeister von Pausa-Mühltroff.

"Ein schmerzhafter Zustand ist zu Ende gegangen", so Ansorge. "Wir haben es geschafft, sind froh und hoffen, dass die Brücke die nächsten hundert Jahre hält." Der Stadtchef dankte den Bauarbeitern, die "exzellente Arbeit" geleistet hatten. "Es ist eines der ältesten technischen Bauwerke von Pausa-Mühltroff. "Möge die Brücke Verbindung schaffen." Mario Taubner-Wude dankte wiederum der Stadt, dass der Bau realisiert werden konnte. Die Hopfensbrücke gilt als wichtige Verbindung innerhalb der Stadt.

Haus Nr. 18 muss weichen

Dass das marode Haus Nummer 18 an der Brücke mit Zustimmung der Denkmalschutzbehörde abgerissen werden soll und darf, stieß nicht bei allen auf Zustimmung. "Als alter Mühlktroffer bedauere ich den Abriss sehr", so Ulrich Albert, der heute in Jocketa wohnt.

"Bei aller Anerkennung, das historische Ensemble verliert an Wert." Dem stimmten Ansorge und Taubner-Wude zu, allerdings sei das in ihren Augen die einzige machbare Lösung gewesen. Allerdings werden die Fundamente stehen bleiben, denn sie sind gleichzeitig Stützmauern der Brücke. Der Hausabriss soll noch in diesem Jahr geschehen.