Karl kämpft sich ins Leben zurück

Stammzellenspende Nach Knochenmark-Transplantation auf dem Weg in eine normale Kindheit

Werda. 

Werda.Während der kleine Karl wie aufgedreht seine Spielzeugautos über den Tisch sausen lässt, schauen ihm seine Eltern freudestrahlend zu. Für Vanessa und Thomas Müller war es das schönste Weihnachtsgeschenk, ihren Sohn so zu sehen. Kaum zu glauben, was der kleine Kerl schon alles durchgemacht hat.

Im März 2017 diagnostizierten die Ärzte Infantile Osteopetrose - auch Marmorknochen-Krankheit genannt. Um das Leben des Jungen zu retten, war eine Knochenmark-Transplantation unumgänglich. Glücklicherweise wurde ein passender Stammzellenspender gefunden. Nach monatelanger stationärer Behandlung in der Uniklinik Ulm konnte der Knirps voriges Jahr endlich Heimatluft schnuppern. Die Ärzte sind mit der Entwicklung des tapferen Vogtländers zufrieden.

Mutter Vanessa ist überglücklich. "Seit dem Sommer muss er keine starken Medikamente mehr nehmen", verriet sie. Auch Ehemann Thomas ist die Erleichterung anzumerken. "Karl macht riesen Sprünge." Seit Mitte Oktober dieses Jahres besucht der Knirps die Kita "Pusteblume" in Tirpersdorf. Schon nach ein paar Tagen habe er sich in der "Häschengruppe" gut eingelebt. Die Eheleute freuen sich, dass es voran geht. Karl holt merklich auf. "Das Sprechen wird immer besser." Einmal wöchentlich steht Sehfrühförderung auf dem Programm. Wenige Tage vor dem Jahreswechsel wünscht sich das Paar, dass ihr Sprössling weiter stabil bleibt und ganz normal Kind sein darf. Oft denken die Müllers auch an den unbekannten Stammzellenspender. "Unsere Türen stehen für den jungen Mann jederzeit offen." Dankbar ist die Familie auch denjenigen, die sich nach dem öffentlichen Hilferuf für Karl typisieren ließen. Tausende sind damals dem Aufruf gefolgt. "Wir wissen von zwei Spendern, die anderen Patienten helfen konnten."