Kleine Sterne singen gegen Kinderarbeit

Aktion Dreikönigssingen der katholischen Gemeinde St. Marien

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Die Sternsinger vor dem Rathaus mit dem Reichenbacher Oberbürgermeister Raphael Kürzinger. Foto: Simone Zeh

Reichenbach. Die Sternsinger der katholischen Gemeinde St. Marien hat der Reichenbacher Oberbürgermeister Raphael Kürzinger zu Jahresbeginn empfangen. Ins Rathaus kamen die Mädchen und Jungen mit ihrem Spendenbeutel und um den Segen zu bringen. Mit Kreide und per Leiter schrieb einer der Jungs "20*C+M+B*18" über die Tür. Nach Reichenbach wollten die Sternensinger noch nach Neumark und Lengenfeld den Segen bringen.

Mit dem Kreidezeichen bringen jährlich bundesweit rund 500.000 Mädchen und Jungen in den Gewändern der heiligen drei Könige den Segen "Christus Mansionem Benedicat - Christus segne dieses Haus" zu den Menschen und sammeln für Not leidende Gleichaltrige in aller Welt. Die Aktion stand diesmal unter dem Motto: Gemeinsam gegen Kinderarbeit - in Indien und weltweit.

Die Kinder singen für eine Chance auf Kindheit

In Indien ist Kinderarbeit verboten und dennoch trauriger Alltag. Wie etwa im nordindischen Firozabad. Ein Großteil der Familien arbeitet hier in der Glasindustrie. Rund 200.000 Kinder - viele von ihnen im Kindergartenalter - schmelzen von früh morgens bis spät abends Rohlinge zusammen oder verzieren fertige Reifen mit Steinchen und Glitter. Dabei atmen sie ständig giftige Dämpfe ein. Von der Kinderarbeit, die den ganzen Tag lang andauert, ganz zu schweigen. Zum Lernen und spielen bleibt da keine Zeit und es fehlt an Geld dazu.

Die Vikas-Stiftung hilft Kindern und Müttern

Dilip Sevarthi, Projektpartner der Sternsinger, bekämpft die Kinderarbeit mit Bildung und alternativen Erwerbsmöglichkeiten. Im Jahr 1992 gründete der Inder die Vikas-Stiftung. Das Wort "Vikas" heißt übersetzt "Entwicklung". Elf Frauen und Männer kümmern sich um arbeitende Kinder und ihre Familien. Das wichtigste Ziel ist, dass die Kinder zur Schule gehen statt zu arbeiten. In kleinen, von der Stiftung gegründeten Schulen lernen sie lesen, schreiben und rechnen, damit sie später auf eine staatliche Schule wechseln können.

Die Mütter treffen sich in Frauenselbsthilfegruppen und sparen Geld auf einem Konto. Zusammen wird entschieden, welche der Frauen einen Kredit bekommt für den Kauf etwa einer Ziege oder eine Kuh. Durch den Verkauf von Milch oder Butter zahlen die Frauen ihre Kredite schnell zurück.