Mühltroffer Bewegungstalente auf Brautschau

Fasching 23. Vereinsfasching war angesagt

Mühltroff. 

Mühltroff. Das hatte es noch nie gegeben: 35 Karnevalsvereine aus vier Bundesländern waren am Faschingsdienstag nach Hirschberg gekommen, um gemeinsam das Finale zu feiern. Der 23. Vereinsfasching war angesagt. "Wahnsinn, wir haben einen neuen Rekord. Der Saal ist knackevoll", freute sich Ronny Geißer, der Chef vom gastgebenden Hirschberger Faschingsclub. Er begrüßte das gut gelaunte Publikum zuerst von der Galerie und dann als König zusammen mit seiner Gemahlin Königin Victoria vom Balkon des Palastes. Königlich präsentierte sich auch das Bühnenbild, die Hirschberger hatten ein wunderschönes Schloss darauf gezaubert.

Bis Mitternacht wurde getanzt und gelacht

Die Bewegungstalente - das Aushängeschild der Mühltroffer Faschingsgesellschaft Blau-Weiß - tanzten auf sehr amüsante und sportliche Art "Bauer sucht Frau" - oder vielmehr umgekehrt. Die dralle Last-Miranda zeigte sich sehr wählerisch zeigte bei den ihr vorgestellten Herren. Da kamen Männer im Bauernlook genauso wie mit Style und Geld sowie sogar welche aus Texas. Bis schließlich Donald Trump zum Finale auch noch auftauchte und für Furore sorgte. Die Hirschberger und Mühltroffer Karnevalisten verbindet eine lange Freundschaft, so Ronny Geißer.

Die Weischlitzer Mädels indes waren im Dschungelfieber und tanzten "Tarzan". "Was ihr hier veranstaltet, sucht seinesgleichen", meinte der Weischlitzer Präsident Bernd Hauffe. Er wünschte sich, dass der Fasching auch in Sachsen viel mehr Aufmerksamkeit bekäme.

Die Adorfer nicht mehr ganz jungen Tänzerinnen bewiesen eindrucksvoll, dass Faschingstanz keinesfalls eine Frage des Alters ist. Vor allem ihre drei Blue-Man-Group-Geiger waren ein Hingucker.

Es ging Schlag auf Schlag, viele Vereine präsentierten sich auf der Bühne, andere wurden begrüßt, Gastgeschenke getauscht. Die Saalburger hatten Würste mitgebracht, viele andere Vereine hatten Sekt dabei. Ob aus Jocketa, Plauen, Hundsgrün, Laasdorf, Friesau, Leipzig oder Schönberg, die Gästeliste war lang.

Zu Beginn allerdings suchte König Ronny erst einmal seine Wappenfahne und verdächtigte seine untreue Gemahlin. "Die Wappenfahne ist weg, und wenn ich sie nicht finde, lässt sich der König scheiden", jammerte sie und beauftragte die Musketiere mit der Suche, denn die waren das Motto der Hirschberger Faschingssaison. Per Video erlebte das Publikum die Abenteuer der "starken" Männer, die nach einer Bahner-Bitter-Pause in der Ambulanz die Fahne schließlich am Stammtisch fanden. Damit war der Frieden wiederhergestellt, und der Fasching konnte so recht beginnen.

Bis fast um Mitternacht wurde getanzt und gelacht, geschunkelt und gefeiert. Bis schließlich der Fasching - so wie es die Tradition verlangt - im Sarg ganz feierlich zu Grabe getragen wurde.