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Chemnitz

Novemberpogrome: Gegen das Vergessen

Landratsamt Gedenkstele in Plauen eingeweiht

Plauen. 

Plauen. Der Vogtlandkreis hat nicht nur dem 80. Jahrestag der Novemberpogrome gedacht. Im Foyer des Plauener Landratsamtes weihten Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Landrat Rolf Keil und Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer zudem gemeinsam eine Gedenkstele ein, die an die schlimmen Ereignisse vor 80 Jahren erinnert. Mit der Stele ist im ehemaligen Kaufhaus Tietz (heute Landratsamt) den jüdischen Mitbürgern ein Denkmal gesetzt worden. Denn vor 80 Jahren geschah ihnen schweres Unrecht. In der Nacht vom 9. auf den 10. November wurden 1938 in ganz Deutschland jüdische Gotteshäuser geschändet, jüdische Geschäfte geplündert und angezündet. Weil dieser Ausgrenzung und Verfolgung ein Massenmord folgte, darf das wohl dunkelste Kapitel deutscher Geschichte nie in Vergessenheit geraten.

"Was können wir tun?"

Für Ministerpräsident Michael Kretschmer ist heute, 80 Jahre später, die entscheidende Frage: "Was können wir tun, damit so etwas nie wieder passiert? Es sind ethische, es sind moralische Fragen, die damit im Zusammenhang stehen. Wir sehen immer wieder, dass aus Gedanken Worte und aus Worten Taten werden. Wir Deutschen haben eine besondere Verantwortung. Sechs Millionen Menschen sind im Holocaust unschuldig umgebracht worden. Alles hat begonnen mit einem Antisemitismus, dem wir auch heute entschieden begegnen: Aus der Mitte der Gesellschaft heraus - täglich und ganz konkret." Kretschmer mahnte weiter: "Wir sind weder immun noch davor gefeit, dass antisemitisches Gedankengut erneut zu einem Zivilisationsbruch führen kann. Menschenfeinde im neuen Gewand von Rechtsextremisten, Linksextremisten oder Islamisten, die sich gegen jüdisches Leben in Deutschland wenden oder das Existenzrecht Israels bestreiten, müssen wir enttarnen."



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