Plauen hat einst gegen Dynamo und Aue gewonnen

Fußball Gestern feierte der VFC in der Oberliga den dritten Sieg in Folge

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Jens "Niko" Flämig (links) und Volker Herold werden die große VFC-Geschichte mit etlichen Raritäten und Erinnerungen bald der Öffentlichkeit vorstellen. Foto: Karsten Repert

Plauen. Der VFC Plauen hat große Zeiten erlebt. Ein packevolles Vogtlandstadion gab es zum Beispiel im DFB-Pokal (1999) gegen Alemannia Aachen und die Stuttgarter Kickers. Mitunter waren 10.000 Zuschauer da. Erzgebirge Aue wurde in jener Zeit bezwungen. Auch Dynamo Dresden. Plauener belegte am Saisonende Platz fünf in der 3. Liga! Der VFC-Fußball fand überregional Beachtung. Nach Jena begleiteten den Verein in der 4. Liga später geschätzte 900 Plauener Fans. Lange ist es her. Fast schon vergessen.

Sieben Jahre ist es her...

Doch am heutigen Sonntag hat dieser Verein einmal Grund, auf die "fetten Jahre" zurückzuschauen. Denn gestern feierte der VFC zwei Spielklassen tiefer zum ersten Mal seit 2010 wieder drei Siege in Folge. Volker Herold ist von Kindesbeinen an Fan. Der Mann hat schwer gelitten in der Vergangenheit.

"Und trotzdem hat unser Plauener Fußball Unterstützung verdient. Ich bin stolz auf unser Stadion und unsere Vereinsgeschichte. Dass wir uns finanziell übernommen hatten, daran hatte auch ein Stück weit die riesige Erwartungshaltung schuld, für die wir als Verein jedoch selbst gesorgt haben", denkt der 35-Jährige zurück an den wirtschaftlichen Niedergang, dem Insolvenz und Abstieg folgten. Er hat einen Schlussstrich gezogen. Viele Plauener haben das noch nicht.

Ob bald wieder mehr Zuschauer kommen?

Doch mit diesem 4:1-Auswärtserfolg bei der SG Union Sandersdorf haben die Oberliga-Fußballer nun vielleicht ein wenig Appetit gemacht. Denn die kleine Erfolgswelle kommt wohl genau zum richtigen Zeitpunkt.

"Wir haben eine sehr spannende Woche vor uns", hofft Philipp Röhr auf Punktzuwachs zu Hause gegen den FC Carl Zeiss Jena II (kommenden Freitag, 19 Uhr) und dann nach Möglichkeit auch beim eigentlichen Staffelfavoriten, dem VfB Germania Halberstadt (Montag, 1. Mai, 14 Uhr). Dazwischen dürften wieder um die 2.000 Besucher zum großen VFC-Hexenfeuer ins Vogtlandstadion pilgern. Und Volker Herold hofft, "dass wir gegen Jena am Freitagabend über 600 Fußballfreunde begrüßen dürfen."

Plauen liegt deutlich über dem Schnitt

600 Zuschauer? Für viele ältere Plauener Fans sind das lächerliche Zahlen. Für die aktuelle Saison in der Fußball-Oberliga jedoch ist das spitze. Der Durchschnitt liegt bei 302 Fans pro Spiel! Und die Plauener (577 Zuschauer pro Spiel) haben sich gut in Position geschoben.

Nach knappen Siegen gegen den SV Schott Jena (2:1) und in Gera (1:0) erlebte VFC-Trainer Nico Quade in Sandersdorf "einen sehr souveränen Auftritt, wo wir allerdings nach der 2:0-Führung wieder zu leichtsinnig waren." Nach den Toren von Marian Albustin (6.) und Ivan Franjic (28.), klingelte es urplötzlich auf der Gegenseite. Doch Jonas Mack (49.) und wiederum Ivan Franjic (70.) machten den Sack zu. 4:1 für Plauen.

Das wandernde VFC-Museum ist in Arbeit

Volker Herold musste bis 2010 zurückblättern. In der Regionalliga besiegte der VFC vom 25. April 2010 bis 21. Mai 2010 den Halleschen FC (4:0), den Hamburger SV II (2:0), den Goslarer SC (2:1), den FC St. Pauli II (6:0) und Hertha BSC II (3:1). Übrigens hat Volker Herold von Jens "Niko" Flämig inzwischen die VFC-Chronik bekommen. "Niko" und seine Kameraden vom ehemaligen Fanclub Mitte waren viele Jahre der Mittelpunkt des Vereinslebens.

Seit sechs Monaten arbeiten ein paar Fußballfreunde daran, ein wanderndes VFC-Museum aufzubauen. Denn eins ist sicher: Es gibt in Plauen etliche Fußballfreunde, die sich sehr gerne an die tolle Vergangenheit erinnern. Volker Herold hofft, "dass der Plauener Fußball auch dadurch wieder an Ansehen gewinnt!"

Mehr Informationen zum geplanten Wander-VFC-Museum gibt es in den nächsten Monaten.