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Probleme beim Vogtlandnetz: Werden die Verkehrsleistungen in Reichenbach eingestellt?

Verkehr Gewerkschaft löst mit Tarifforderungen Schwierigkeiten aus

Reichenbach. 

Reichenbach. Anfang Oktober war es soweit: Das Vogtlandnetz 2019+ startete mit einem überarbeiteten und teilweise komplett neuen Netz im öffentlichen Nahverkehr. Die europaweite Ausschreibung der Linien, die im letzten Jahr stattfand, gewann der Plauener Omnibusbetrieb unter Geschäftsführer Thomas Schwui. Gemeinsam mit Subunternehmern wie dem Reichenbacher Verkehrsbetrieb sollte der ÖPNV im Vogtland künftig gefahren werden.

Fehlender Subunternehmervertrag

Nun ergaben sich noch vor Beginn des Netzes einige Probleme. Einerseits fordert die Gewerkschaft ver.di unter Sven Vogel die Aufnahme von Tarifverhandlungen beim RVB. Nachdem die Geschäftsführung der Reichenbacher Verkehrsbetriebe und Fahrschule Gerlach GmbH Gesprächsbereitschaft signalisierte, wurde ein geplanter Warnstreik abgesagt. In der Zwischenzeit wurden Verhandlungen zwischen RVB, dem Landesverband des Sächsischen Verkehrsgewerbes e.V. (LSV) und ver.di geführt, die nun ohne Ergebnis vertagt wurden. Das teilte Gewerkschaftssekretär Sven Vogel am gestrigen Mittwochmittag mit. Denn hier wird ein weiteres Problem sichtbar: Der Reichenbacher Verkehrsbetrieb hat noch immer keinen Subunternehmervertrag mit dem Plauener Omnibusbetrieb.

"Aufgrund der jetzigen Situation hat der Betriebsrat beschlossen, eine außerordentliche Betriebsversammlung einzuberufen", sagt Sven Vogel (ver.di). "Hier sollte die Geschäftsführung über den aktuellen Stand informieren und darlegen, wie und mit wem künftig die Verkehrsleistungen abgesichert werden." Im schlimmsten Falle bedeutet das: RVB muss die Verkehrsleistungen einstellen, auch Kündigungen seien damit nicht ausgeschlossen.

Geschäftsführer Gerlach: Politiker sind nun in der Pflicht

Und was sagt Geschäftsführer von RVB, Siegfried Gerlach, dazu? "Im März 2018 wurde ein Tarifvertrag mit dem Arbeitgeberverband AVN Grundlage der Ausschreibung (Lohntariftabelle)", sagt er. Der neue Tarifvertrag des Arbeitgeberverbands AVN, gültig ab März 2019, sehe eine jährliche Steigerung in den nächsten drei Jahren von jeweils fast 6% vor.

Den neuen Tarifforderungen kann Gerlach nun nach der Ausschreibung allerdings nicht nachkommen. "Mit dem jetzigen Betrag, den wir als Subunternehmer erhalten würden und der aktuellen Lohntariftabelle entsteht eine Deckungslücke, die ich derzeit mit meinen Betriebsreserven schließen muss", gibt der Geschäftsführer zu. Natürlich bestehe kein Zweifel, dass seine Busfahrer das gleiche verdienen sollen wie andere, die einen Tarifvertrag haben. Nun seien aber die verantwortlichen Politiker in der Pflicht, Geld dafür zu Verfügung zu stellen.

Die nächste Verhandlungsrunde soll am 7. November stattfinden.



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