Schöne Dinge konnte man am kleinen Flohmarktstand kaufen

Freizeit Viele Gäste waren zum Gartenfest gekommen.

Stelzen. 

Stelzen. Märchenhaft ging es beim Gartenfest am Samstag in Stelzen zu. Die Wohnstätten der Diakonie Weimar/Bad Lobenstein und die Vogtlandwerkstätten hießen dazu willkommen. Wohnstättenleiterin Kirsten Grünert lud ein, in die Märchenwelt einzutauchen. Sie machte zugleich auf die Herausforderungen aufmerksam, die nächstes Jahr mit dem neuen Bundesteilhabegesetz auf die Einrichtung zukommen. Das "Märchen aus der tausendundzweiten Nacht" führten die Bewohner von Stelzen auf und streiften damit ganz verschiedene bekannte Märchen. Das tapfere Schneiderlein, gespielt von Marco Frischbier, wurde in der Aufführung auch zur Goldmarie aus dem Märchen von Frau Holle und sogar zum Wolf, der bei den sieben Geißlein an die Tür klopfte. Doch natürlich endete alles gut, so wie es im Märchen immer sein muss. "Seit Februar haben sie dafür geprobt", so Kirsten Grünert. "Ich hoffe, unser Fest wird heute so bunt wie es im Märchenland ist."

Markus Freund, der neue Leiter der Vogtlandwerkstätten in Stelzen, machte ebenfalls auf Veränderungen aufmerksam. Nicht nur er sei in neuer Funktion in den Vogtlandwerkstätten tätig, sondern auch Elisabeth Hieke, die den pädagogischen Dienst am Standort übernommen hat. "Als neue Leitung haben wir uns die Förderung und Integration der Beschäftigten im Sinne des Bundesteilhabegesetzes auf die Fahnen geschrieben." Als erster Schritt sei eine beruhigte Gruppe für älter werdende Beschäftigte eingeführt worden, als zweiter Schritt sei das vielfältige Förderangebot durch einen Bildungskatalog erweitert worden. "So gewinnt die Weiterentwicklung und Integration unserer Beschäftigten mehr Tiefe und wird auf breitere Schultern verteilt." Unter dem Motto "Wir leisten uns Menschlichkeit" seien weitere Schritte geplant. Dies wolle man zusammen mit den Wohnstätten der Diakonie in Stelzen erreichen.

"Märchen kommt von Mär, einem alten Wort", sagte Pfarrer Gero Erber in der Andacht. Das bedeute eine gute Botschaft. Und die überbrachte der Geistliche auch anhand des Märchens von der verschenkten Freude "Die kleinen Leute von Swabedoo". Sie schenkten sich gegenseitig immer Pelzchen, aus Freude und weil man den anderen mochte. Bis ein Kobold kam und ihnen einredete, dass sie ihre Pelzchen doch behalten sollten. Das taten sei auch, aber sie brachten sich damit auch um Freude, wurden traurig und misstrauisch. Irgendwann schenkten sie sich dann doch wieder Pelzchen, und plötzlich war alles wieder gut. Gero Erber sagte: "Auch beim Gartenfest öffnen wir nicht nur unsere Türen, sondern auch unsere Herzen." Genau so war es auch zu erleben, ob am Glücksrad, bei Kaffee oder Kuchen oder bei einem schönen Eis. Man saß froh beisammen unter den Schatten gebenden Bäumen, egal ob behindert oder nichtbehindert, denn das spielte keine Rolle.