Sie sind den Parasiten auf der Spur

Lebensmittelüberwachung Im neuen Labor in Oelsnitz wird jeden Tag nach Trichinen gejagt

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Im Bild von links: Sachgebietsleiter Dr. Kai Wiedemann, Patrick Fücker als amtlicher Fachassistent, Amtsleiterin Dr. Anne Mütschard und Vize-Ladrat Dr. Uwe Drechsel bei der Abschlussbesprechung. Foto: Karsten Repert

Oelsnitz . Das neue Labor sieht eher unspektakulär aus. Aber hier geht's um Leben oder Tod. Falls nämlich Patrick Fücker als amtlicher Fachassistent die Trichinen in den Fleischproben übersieht, kann es für die Menschen, die es essen verdammt eng werden. "Von daher ist die Investition von 73.000 Euro allemal berechtigt", Amtsleiterin Dr. Anne Mütschard fest. Das nagelneue Labor wurde von Sachgebietsleiter Dr. Kai Wiedemann der Öffentlichkeit vorgestellt. Der kleine Raum ist dem Veterinäramt angeschlossen und für die Lebensmittelüberwachung und Fleischhygiene zuständig. Vize-Landrat Dr. Uwe Drechsel betont: "Aus dem Grund bleibt dieser Teil des Landratsamtes als Außenstelle auch in Oelsnitz. Die Verkehrsanbindung ist hier einfach viel günstiger." Die Entscheidung scheint logisch. Auf Trichinen hatte das Lobor im vergangenen Jahr insgesamt 2.290 Hausschweine, 2.800 Wildscheine und 40 Pferde untersucht. Es gäbe wohl einige Probleme mit den vielen vogtländischen Jägern, wenn die mit ihren Proben nicht direkt vor die Tür fahren könnten, sondern erst im Parkhaus des neuen Landratsamtes ein Ticket ziehen müssten, um dann zu Fuß zum Ziel zu gelangen. Trichinen sind Parasiten, die über rohes Schweinefleisch in die Nahrungskette gelangen können. Sie ist der Mensch befallen, beginnt ein Kampf gegen die Uhr. Weil Betroffene häufig erst spät den Arzt aufsuchen, kann die Krankheit für enormen Schaden sorgen.