Silja ist die neue Geschäftsstellenleiterin beim VFC

Neustart 22-jährige Plauenerin ist zum 1. Oktober 2019 eingestellt worden

Plauen. 

Plauen. Ihr Verein lag zwischenzeitlich schon fast am Boden. Er hat überlebt. Und Silja Schumann ist stehen geblieben. Dabei stand der 22-jährigen Studentin die ganze Welt offen. Doch die Plauenerin hat sich bei vollem Bewusstsein für ihren VFC und für die Spitzenstadt entschieden. Zum 1. Oktober 2019 hat sie der Fußball-Oberligist nun eingestellt. Silja ist die neue Geschäftsstellenleiterin in Haselbrunn.

22-jährige Plauenerin ist bereits drei Jahre da

Dass Silja Schumann diesen Job beherrscht, es steht außer Frage. Die junge Frau kam genau vor drei Jahren ins Vogtlandstadion. Michael Voigt - der aus Plauen stammende Geschäftsführer vom FC Erzgebirge Aue - hatte ihr empfohlen, sich beim VFC das praktische Rüstzeug zu holen. Denn Silja ist bescheiden, aber sie hat viel vor in ihrem Leben. "Und der VFC ist für dich genau richtig", empfahl Ex-VFC-Geschäftsführer Michael Voigt. Seit sechs Jahren arbeitet die Vogtländerin zielstrebig an ihrer beruflichen Laufbahn. Nach dem Abschluss an der Mittelschule Weischlitz (2013) besuchte sie das Berufsschulzentrum Anne Frank (Wirtschaftsabschluss 2016) und die Internationale Berufsakademie Leipzig, wo sie den Abschluss als Bachelor of Arts (B.A.) BWL/Sportmanagement erreichte. Silja ist ein Kämpfer. Sie hat nicht nur im dualen Studium bei ihrem Praktikumspartner VFC Plauen durchgehalten. Im Nebenjob arbeitete sie beim Coffeemaker und bei Living Art in der Stadtgalerie.

Silja weiß ganz genau, was auf sie zukommt

"Die Geschäftsstelle des VFC Plauen soll die Schnittstelle im Verein sein. Ich möchte gern das Bindeglied zwischen Vereinsmitgliedern, Spielern, Mitarbeitern und dem Vorstand sein." Ihre Worte tun allen gut. Der Verein braucht endlich wieder Aufwind. Und vor allem Konstanz. Die Frage, wie viele Funktionäre sie bereits erlebt hat, will sie nicht beantworten. "Alle kamen mit guten Absichten. Alle wollten etwas erreichen. Es gehört sich nicht, jemanden öffentlich schlecht zu machen, der etwas Gutes will!" Silja hat Profil gewonnen. Und sie sagt: "Zurzeit fühlt man eine Art Aufbruchsstimmung unter dem neuen Vorstand. Ich würde mir wünschen, dass das alle spüren. Ich wünsche, dass der ein oder andere über seinen Schatten springt, über alte Geschehnisse hinweg sieht, Vorurteile ablegt, ins Vogtlandstadion kommt und sich selbst eine neue Meinung bildet." Das sagt eine junge Frau, die den aktuellen VFC kennt wie sonst kaum jemand.

"Später möchte ich Vereinsmanager werden"

Über ihre Zukunft hat sich Silja Schumann bereits ganz konkret Gedanken gemacht. "Später möchte ich noch den Vereinsmanager machen und strebe ein Masterstudium an. Aber zunächst möchte ich mich voll und ganz auf den Verein konzentrieren." Bemerkenswert ehrlich denkt Silja Schumann zurück: "Früher war ich kein Fan vom VFC und anfangs auch nicht begeistert. Ich gehörte auch zu denen, die keine Ahnung vom Verein hatten und den negativen Erzählungen glaubten. Nachdem ich die Menschen und den gesamten VFC kennenlernen durfte, hab ich gemerkt, dass das alles Vorurteile sind." Und Silja findet inzwischen: "Meiner Meinung nach sollte man einen Verein nicht hassen. Erst Recht nicht, wenn er Talente aus dem Vogtlandkreis fördert und Nachwuchsspieler zuerst für sich gewinnt und diese später in fast allen Vereinen der Region wieder auftauchen. Es muss doch das Ziel sein, in den höchsten Spielklassen Sachsens oder noch höher zu spielen. Wenn es für alle in Ordnung, dass ein Nachwuchstalent zum Beispiel nach Auerbach oder Aue wechselt, nicht aber zum VFC, dann kann was nicht stimmen. Das macht mich wirklich traurig. Weil ich mit meinem ganzen Herzen Plauenerin bin."