VFC: Es ist Zeit, wieder ein Verein zu werden!

Fussball Heute vor fünf Jahren haben die Plauener Insolvenz angemeldet

Plauen. 

Plauen. Es war ein kalter Montag. Heute vor fünf Jahren! Am 1. Dezember 2014 hat der VFC Plauen Insolvenz angemeldet. Zuvor und danach mussten die Fans des Vereins unfassbar leiden. Immer wieder gab es neue Hiobsbotschaften. Das Kommen und Gehen schien keine Ende zu nehmen. Der Verein hat erfolgreiche Unternehmer verschlissen. Gute Funktionäre ebenso. Und vor allem kehrten viele Trainer, Sportler und Fans dem Fußballclub für immer den Rücken. So schwanden irgendwann die Hoffnungen. "Macht das Licht aus da draußen!" Dieser Satz war immer wieder zu hören. Und doch hängt eben jeder ehemalige und aktuelle VFC-Fan trotzdem noch an dieser aus heutiger Sicht unfassbaren Geschichte. Der VFC war 1999 von 25.000 Fußballvereinen in Deutschland auf Platz 53! Ein Wahnsinn! Sie fuhren quer durch die Bundesrepublik. Ob in Hamburg, Bremen, Berlin, Leipzig, Jena oder Dresden. Die Plauener haben dort gewonnen!

"Viele haben keine Lust mehr auf Streit!"

Seit vier Monaten läuft im Hintergrund etwas ganz leise, was viele VFC-Interessierte freuen wird. Der Vereinsvorsitzende Thomas Fritzlar stellt dazu fest: "Viele haben einfach keine Lust mehr auf Streit! Sie wollen endlich ein Verein sein." Jetzt, wo im Vogtlandstadion die Nachfolgegeneration eingezogen ist, jetzt scheint die Zeit gekommen, wo die früheren "VFC-Helden" ein Stück zurückbekommen von dem, was sie einst für den Club geleistet haben. Jeder Verein braucht Vorbilder und Idole. Der VFC hat eigentlich davon besonders viele. "Im August hat eine Minigruppe begonnen, sich in Ruhe Gedanken zu machen. Es wurde sozusagen heimlich herumgefragt, was gewollt und gewünscht ist. Stück für Stück ist es danach vorwärts gegangen", erinnert sich Thomas Fritzlar.

Frank Papritz kam nach 20 Jahren zurück ins Vogtlandstadion!

Ein wesentlicher Meilenstein war vor zwei Wochen der Besuch von Frank Papritz. Der erfolgreichste Fußballtrainer des Vogtlandes betrat genau 20 Jahre nach seiner Entlassung erstmals wieder zu einem VFC-Spiel das Vogtlandstadion. Der Coach erlebte vor 1.462 Zuschauern die Pokalniederlage gegen Lok Leipzig (0:1) mit. Ganz ohne Blitzlichtgewitter und großen Bahnhof. Vereinssprecher Volker Herold dazu: "Wir müssen etwas eigentlich selbstverständliches nachholen. Deshalb verbietet es sich von selbst, sowas zu feiern. Wir waren alle froh, als Frank Papritz endlich wieder einmal dort saß, wo er hingehört." Am Sonntagmittag nun hat der Verein die nächste Lücke geschlossen. Dazu meldete sich eine Initiative zu Wort, die in den vergangenen Wochen ganz lose gebildet wurde.

Vier VFC-Musketiere stehen vorne dran

"Der VFC-Freundeskreis wird zum 1. Dezember 2019 gegründet. Im Januar 2020 wird sich dieser Kreis dann erstmals treffen. Keines seiner Mitglieder muss Geld oder Zeit in Aufgaben investieren. Der Freundeskreis hat einzig und allein die Aufgabe, die glorreiche Fußball-Historie des VFC's zu vertreten und sich regelmäßig zwei bis viermal pro Jahr zu treffen. Was daraus später entsteht, können wir heute noch nicht abschätzen. Das wird sich zeigen. Jetzt aber ist es erst einmal Zeit, wieder ein Verein zu werden." Mehr als diese Worte gibt es laut dieser Initiative noch nicht zu vermelden. Der VFC-Freundeskreis wird angeführt von den Plauenern Frank Papritz, Jens Starke, Thomas Sesselmann und Catalin Popa. Dem Freundeskreis gehören zunächst nur 23 Personen an.