Vom 17-jährigen Gymnasiasten bis zu zwei fast 80-jährigen

Feuerwehr FFw Ranspach freut sich über wachsende Kräfte

Ranspach. 

Ranspach. Warum er bei der Feuerwehr in seinem Ort mitmachen will, erzählte ein 17-jähriger Ranspacher Gymnasiast. In Ranspach ist der Zuspruch für die FFw im Ort auch sonst richtig groß.

Das eigene Erleben war offenbar ausschlaggebend, dass sich Maximilian Sippel entschieden hat, die Freiwillige Feuerwehr in seinem Ort aktiv zu unterstützen. Zur Jahreshauptversammlung der Ortswehr am Freitagabend erinnerte er an den Tags des Hochwassers in Pausa, der auch den kleinen Ort betraf. "Im Haus bei mir gegenüber stand das Wasser im Keller." Als die FFw Ranspach den Keller leer pumpte, habe er einfach mit angepackt. "Da habe ich beschlossen, in die Feuerwehr zu gehen", so der junge Mann.

Über Nachwuchs für die eigenen Reihen freut sich jede Freiwillige Feuerwehr. Die Ortswehr Ranspach konnte gleich drei junge Männer für die aktive Einsatzgruppe und den Feuerwehrverein gewinnen. Ortswehrleiter Heinz Hadlich begrüßte weiterhin Christian Hager, der seit zwei Jahren in Ranspach wohnt und seit 2002 in der Thossener FFw war. Der dritte im Bunde ist Christopher Kaul, der zwar in Pausa wohnt, aber gebürtiger Ranspacher ist. "Ich freue mich über die drei Neuaufnahmen sehr", sagte Ortswehrleiter Heinz Hadlich. "Jetzt sind wir 22 Einsatzkräfte."

Hinzu kommt die Alters- und Ehrenabteilung der FFw Ranspach mit 14 Mitgliedern. Zum Förderverein der FFw Ranspach, dessen erster Vorstand Rene Pömpner ist, gehören sogar 53 Mitglieder. Der Ort Ranspach zählt etwa 270 Einwohner.

Mit Brandlöschung, wie es eigentlich dem Namen nach die Aufgabe jeder Feuerwehr ist, hatte die Einsatzgruppe voriges Jahr wenig zu tun. Das Hochwasser im Sommer hielt die FFw in Ranspach und auch in Pausa (als gerade das Trabirennen lief) in Atem. Schneeräumen von Dachflächen gehörte ebenfalls zu den Aktivitäten. Übungen zusammen mit anderen Wehren gab es bei den größeren Firmen Pongs und Linhardt. Mit ihrer technischen Ausstattung ist die Ranspacher FFw nicht zufrieden. Der Robur EU 2002 mit Tragspritzkraft-Anhänger ist von 1989. "Da sollte was ausgetauscht werden", so der FFw-Leiter. Aber als kleiner Ort habe man da schlechte Karten.

FFw sichert Gemeinschaft

Wichtig ist die Ortswehr und den Förderverein für das kulturelle Leben, für Geselligkeit und Gemeinschaft im Ort. Ortvorsteherin Gudrun Müller sagte: "Wir sind auf euch als größter Verein angewiesen, wir brauchen eure Unterstützung, ohne euch geht es nicht." Das spüre man deutlich im Ort. Ob beim Maibaumstellen oder Dorffest, ob bei Instandsetzungsarbeiten am Dorfgemeinschaftshaus oder beim Frühjahrsputz. Hier bringt sich auch regelmäßig die Alters- und Ehrenabteilung mit ein, war von Dietmar Hertel zu erfahren. "Wir haben das Teichgeländer und den Zaun gestrichen, den Schlammsack entleert." Auch beim Maibaumstellen waren die Senioren dabei. Und nicht zuletzt auch dafür, bei runden Geburtstagen anderen ältere FFw-Mitglieder zu besuchen, ein Stück Gemeinschaft eben. Als älteste FFw-Mitglieder benamte Heinz Hadlich Dr. Roland Grüner und Rudolf Oertel, die sich beide im 80. Lebensjahr befinden. Das Dorfleben bereichert auch der Förderverein der FFw, wie Tanja Oschatz berichtete. Die Aktivitäten reichen vom Tannenbaumverbrennen am vorigen Samstag über den Frühjahrsputz, das Dorffest bis hin zum Abfischen des Dorfteiches mit Grillen. "Ungezählt bleiben die zahlreichen Einsätze über das Jahr, die nicht einzeln aufgezeichnet wurden", sagte sie.

Einsatzkräfte gaben 546 Prozent

"Die geleisteten Diensten können sich sehen lassen", zollte Markus Göhring von der Kreisfeuerwehr den Ranspachern Respekt. "Die Zahl ist aussagekräftig für das Örtchen." Mit durchschnittlich 43 Stunden hatten die Ranspacher Feuerwehrmitglieder die geforderte Mindestanzahl von 40 überschritten. "Ich habe mich sehr über die höhere Dienstbeteiligung gefreut", so Heinz Hadlich. Voriges Jahr seien es weniger gewesen. Insgesamt leisteten die Aktiven der FFw Ranspach 1223 Dienststunden. Heraus stach dabei Nico Ölsner, der allein 219 Stunden leistete. "Das entspricht 546 Prozent der geforderten Mindeststunden", rechnete Hadlich vor. Dazu hatte Nico Ölsner drei Lehrgänge absolviert. Das gab einen spontanen Applaus der Anwesenden und eine Riesenwurst für den jungen Mann, der sich zudem über eine Beförderung freuen konnte. Ehrungen kamen hinzu, wobei zwei Ranspacher FFw-Mitglieder, Rudolf Oertel und Günther Seidel, der aber krankheitsbedingt fehlte, für 60 Jahre Wirken zum Gemeinwohl in der FFw Ranspach geehrt wurden. Das Ehrenkreuz für treue Dienste vom Landesfeuerwehrverband Sachsen kam für beide hinzu. Nächstes Jahr begeht die Ffw Ranspach übrigens ihr 70-jähriges Bestehen, und das soll gebührend gefeiert werden.

Ehrungen

für 60 Jahre Dienst in der FFw Ranspach: Rudolf Oertel und Günther Seidel

für 40 Jahre: Klaus Schlosser und Udo Schröder

für 10 Jahre: Florian Langer und Jörg Pöhland

Beförderungen

Nico Ölsner und Florian Langer zum Oberfeuerwehrmann

Jörg Pöhland und Jens Göhrisch zum Hauptfeuerwehrmann

Andreas Ölsner zum Brandmeister