Weil Plauen auf Schiefer gebaut ist

Geowissenschaft Für alle offene Tagung befasst sich mit dem Untergrund der Spitzenstadt

Plauen. 

Plauen. Sand, Diabas, Steinkohle. Jetzt kommt der Schiefer an die Reihe. Das "Gestein des Jahres 2019" stellt sozusagen das Fundament der Spitzenstadt dar. Fast die ganze Stadt steht auf und sie lebt vom Schiefer. Genau deshalb würdigt nun das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie die Vogtlandmetropole als offiziellen Tagungsort, wo sich die Gelehrten am 12. Oktober mit dem Untergrund Plauens befassen werden. Das Spektakuläre dabei ist: Die Bürger dürfen und sie sollen teilnehmen.

Seit 2007 wird vom Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler ein Gestein des Jahres ausgewählt. Weil das Vogtland aus geologischer Sicht europaweit eine Sonderstellung einnimmt und die Region auch 30 Jahre nach dem Fall der Mauer noch spärlich in den Geoatlanten untersucht worden ist, ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt", findet Exkursionsführer Gert Müller. Der 1. Vorsitzende des Vogtländischen Bergknappenvereins zu Plauen e.V. hat bei Referatsleiter Dr. Uwe Lehmann Gehör gefunden. Lehmann wird im Vogtland sehr geschätzt. "Der Schiefer ist vielen Menschen als Dachschiefer vertraut. Das Vogtland gehört zu den Regionen in Deutschland, in denen verschiedene Schieferarten weit verbreitet sind und diese in Steinbrüchen abgebaut und genutzt werden", führt das Landesamt des Freistaates Sachsen aus.

Damals Faltengebirge, heute Vogtland

Die ehemalige Geographielehrerin Brigitte Unger ist nun happy. Endlich wird das öffentlich kundgetan, was die Ruheständlerin seit Jahren schon ihren Schülern mit auf den Weg gibt. Im geologischen Gesteinsgarten "Eduard Poeppig" im Pfaffengut überrascht Brigitte Unger die Interessierten: "Das Vogtland war vor 300 Millionen Jahren ein Faltengebirge. Durch den immensen Druck der Alpen wurde es vor 50 Millionen Jahren zum Bruchschollengebirge." Sehen kann man das zum Beispiel Alaunbergwerg "Ewiges Leben", gleich hinter dem Hotel Alexandra. "Plauen ist Alaun", lacht Gert Müller beim Rundgang und zeigt auf den Alaunschiefer unter den Kolonnaden. Brigitte Müller ergänzt: "Von der Syra bis hoch zum Oberen Bahnhof haben wir es in Plauen mit Alaunschiefer zu tun." Zur Vortrags- und Exkursionstagung werden verschiedene Schiefervorkommen gezeigt und deren Nutzung erläutert. Unter anderem der violette Schiefer, der in den Stadtmauern und am Schlossberg zu finden ist.

Für alle Geographiefans ein Muss

Zum Ablauf am Samstag, dem 12. Oktober: 10 Uhr Einführungsvorträge in die Welt der Schiefergesteine im Hotel Alexandra in Plauen | 11 Uhr Besucherbergwerk "Ewiges Leben" | 12 Uhr Luftschutzmuseum Meyerhof | 13 Uhr Alter Steinbruch im Hammerpark. Dr. Uwe Lehmann und Gert Müller führen durch das Programm. Zusatz: Dr. Uwe Lehmann und Brigitte Unger laden am Sonntag, den 13. Oktober, um 10 Uhr ein zur "Reise durch die Erdgeschichte" in den geologischen Gesteinsgarten im Pfaffengut ein.