"Von Rügen bis zum Bodensee" - und wenn die Pausaer am Glas den Boden seh'n

Fasching Die Büttenreden haben es in sich

Pausa. 

Pausa.Bestens in Form zeigen sich beim Pausaer Fasching sowohl die Tanzmädchen, als auch die Witzemacher. Zu letzteren gehören so einige, scheinen sich geradezu zu überschlagen. Der FCP-Präsident aber hat es besonders drauf und plaudert übers blaue Negligé seiner Angetrauten. "In der Politik ist es wie mit den Weintrauben", behauptete Frank Olzscha, Präsident des Pausaer Faschingsclubs, zur großen Gala im Bürgerhaus am Freitagabend: "Man merkt erst hinterher, welche Flaschen man gewählt hat." In der Bütt zog der Pausaer Faschingsobernarr alle Register und nicht nur die große Politik durch den Kakao. So auch Jonny Ansorge, den Bürgermeister von Pausa-Mühltroff, den Olzscha zu Beginn schon herzlich begrüßte. Und da ja Pausa dieses Jahr unter dem Motto "Von Rügen bis zum Bodensee - durch Deutschland reist der FCP" feiert, ging es für Olzscha zusammen mit Ansorge auf Fahrt erst einmal in Richtung Schöpsdrehe.

"Ich fahre da mit dem Jonny so durch den Kreisverkehr, da sagt er: Guck mal, die winken mir alle zu." Kontert: Olzscha: "Ja, du hast ja auch das Aufblendlicht an." Dann ging es weiter auf der Straße, aber nicht weit, denn zwei Polizisten hielten die Pausaer an. "Sie fahren 80. Hier ist 60 bei Nässe." Sagt der Jonny: "Was wollt ihr denn, hier ist geschlossene Schneedecke." Dann fällt dem Jonny noch auf: "Ihr seid wohl Zwillinge?" Wollen die zwei Polizisten wissen, wie er darauf komme. "Na weil eure Mutti euch gleich angezogen hat."

"Die blaue Tonne muss noch ausgeleert werden"

Frank Olzscha wusste auch vom Studenten und seinem Dozenten zu berichten. Wollte letzterer von ersterem einen Satz wissen, wo es um den Bodensee geht. Der rezitiert: "Es tut mir in der Seele weh, wenn ich am Glas den Boden seh'." Aber auch Karla, Olzschas Angetraute, musste herhalten, als der FPC-aus dem Eheleben berichtete: Da kam sie also ins Schlafzimmer mit einem neuen Negligé in einem schönen Blauton gehalten, und fragt ihre bessere Hälfte: "Erinnerst du dich?" Meint der: Ach na klar, die blaue Tone muss noch rausgestellt werden."

"Aber sonst, aber sonst war es sehr schön", sag indes das musikalische Ministerduo (MiMiDu) Reiner Pätzold und Sven Gerold, als sie von ihrem Urlaub auf den Kanaren von Kakerlaken und blähenden Kircheerbsen berichtete. Die Stammtischler Hartmut Wagner und Christoph Birkholz waren ebenfalls nicht ums Wort verlegen. Da stand der eine vor kurzem in Plauen an der Straßenbahnhaltestelle mit einem aus Zeulenroda, der auf die Linie 4 wartete und einem aus Mühltroff, der auf die 1 wartete. Kommt die 14 gefahren. Freuen sich beide. "Da können wir ja alle beide mitfahren." Ansonsten sei es ja nicht so einfach, von Pausa aus in den Urlaub zu fahren. "Der Zug hält nicht mehr, ein Bus fährt auch nicht und mit dem Auto kommt man auch nicht weit." Zumindest wenn man einen Diesel habe. Und die Jugend heute erst gar. "Früher sind wir mit den Hühnern ins Bett gegangen", sagt der eine. Meint der andere: "Und mit was für welchen."

"In Pausa gibt es Löcher noch und nöcher."

Mit Andrè Dunger begab sich das Publikum auf Wanderschaft, begegnete Gabi Goller und Jessica Goller im Haus der Arbeit, im Freudenhaus und im Gasthaus, wo er überall als Muttersöhnchen entlarvt wurde. Und Gabi Goller meinte: "In Pausa gibt es Löcher noch und nöcher." Nur der Friedhof sei als einziger Ort in Ordnung. Und: "Mühltroff hat ja wenigstens noch einen Blitzer."

Bei so viel närrischem Programm bekamen die 270 Zuhörer im vollen Saal auch noch was fürs Auge hinzu. Vom Kinderballett übers Teeny-Ballett bis hin zum FCP-Ballett tanzten die Pausaer Mädels gekonnt über die Bühne.

Info:

Der dritte Pausaer Galaabend findet am Freitag, 1. März, um 20 Uhr statt. Es folgt am Samstag, 2. März, der Faschingstanz des FCP ab 20 Uhr. Alle kleinen Narren sind am Sonntag, 3. März, 14 Uhr, zum Kinderfasching eingeladen. Am Rosenmontag (4. März) wird am Abend ab 20 Uhr nochmal ausgiebig gefeiert.