Chemnitzer Forscher erfinden Auto-Durchlade neu

Technik Innovation für die Rücksitzbank auf der Hannover Messe

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Techniker René Morgenstern prüft die Struktur der neuen Durchlade. Foto: TU Chemnitz

Chemnitz/Hannover. Viele PKW verfügen in der Rücksitzbank über eine Luke zum Durchschieben langer Gegenstände. Diese sogenannte Durchlade haben sich Forscher des Bundesexzellenclusters MERGE und des Instituts für Strukturleichtbau der TU Chemnitz viele Monate ganz genau angeschaut. Ihr Ziel: Gewicht und Kosten einsparen.

"Wir haben das ursprünglich 3,8 Kilogramm schwere Metall-Bauteil völlig neu konzipiert und konnten sein Gewicht auf rund 1,6 Kilogramm reduzieren, also um mehr als die Hälfte", sagt Prof. Dr. Lothar Kroll, Direktor des Instituts für Strukturleichtbau und Sprecher des Bundesexzellenzclusters MERGE.

Konstruktion basiert auf dem Audi Q5

Die Chemnitzer Entwicklung, die auf Basis der Stahlvariante des aktuellen Audi Q5 konzipiert wurde, ist aus endlosfaserverstärkten thermoplastischen Halbzeugen kombiniert mit thermoplastischen Spritzgießkomponenten gefertigt. "Erstmals überhaupt wurde dieses Strukturbauteil als faserkunststoffverstärktes Bauteil konstruiert und technologisch als Prototyp umgesetzt. Jetzt wird es bis zur Serienreife weiterentwickelt", ergänzt Kroll.

Dabei kamen verschiedene Textilverstärkungen zum Einsatz, die dafür sorgen, dass die Durchlade eine hohe Festigkeit, Steifigkeit und Stabilität aufweist. "Die neuartige, sehr leichte Durchlade bleibt im Crashfall in ihrer Struktur erhalten und nimmt die Energie des Aufpralls auf", versichert Kroll.

Vom 24. bis 28. April stellen die Chemnitzer Wissenschaftler gleich mehrere ihrer Leichtbau-Innovationen auf der Hannover Messe 2017 vor.