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Corona: Impfung, Nebenwirkungen und Co.

Ratgeber Fragen und Antworten zum Impfstoff gegen die Pandemie

Am letzten Sonntag des Jahres 2020 haben in Sachsen die Corona-Impfungen begonnen. Vor allem Seniorinnen und Senioren sowie Personal in Pflegeeinrichtungen gehören in den nächsten Wochen zu den ersten Empfängern der Impfung. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Impfstoff:

Wie wirkt der Impfstoff von Biontech und Pfizer

Der innovative Impfstoff ist ein sogenannter mRNA-Impfstoff. Das Mittel enthält im Gegensatz zu den herkömmlichen Impfstoffen keine abgeschwächten oder abgetöteten Viren, sondern die genetische Information der Viren in Form von mRNA. Nach der Impfung produziert der Körper selbst einzelne Bauteile des Erregers, was eine Reaktion des Immunsystems auslöst. Bei späterem Kontakt mit dem Coronavirus erkennt das Immunsystem das Protein wieder und kann den Erreger schnell gezielt bekämpfen

Wie läuft die Corona-Impfung ab?

Im Abstand von drei Wochen erhält jeder Patient jeweils eine Dosis in den Deltamuskel des Oberarms, damit die Impfung ihre volle Wirkung entfalten kann. Dabei wird jeweils eine Impfdosis von 30 Mikrogramm verabreicht. Der Wirkstoff der Corona-Impfung bleibt für einige Stunden im Muskel und der Körper hat so Zeit, ihn zu erkennen und darauf zu reagieren. Sieben Tage nach Erhalt der zweiten Dosis soll ein Immunschutz erreicht werden. Dieser lag nach Angaben des Herstellers in den Studien bei 95 Prozent.

Welche Nebenwirkungen hat der Impfstoff?

Die häufigsten Nebenwirkungen in den klinischen Studien sind Reaktionen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Gelenkschmerzen und Fieber.

Seit der Einführung kam es in einzelnen Fällen zu starken allergischen Reaktionen auf die Impfung wie Atemnot, Herzrasen und Hautausschlag. Britische und amerikanische Behörden raten Menschen, die zu akuten allergischen Reaktionen neigen, sich vorerst nicht impfen bzw. sich vor der Impfung ärztlich beraten zu lassen. Auch Schwangere, Stillende und Frauen mit Kinderwunsch sollten vorerst von einer Impfung absehen. Von den deutschen Behörden gibt es solche Warnungen bisher nicht. Die Verträglichkeit des Impfstoffs wird auch nach der Zulassung weiter überprüft. Dafür setzt das zuständige Paul-Ehrlich-Institut auf Meldungen von Herstellern, Ärzten, aber auch von Patienten. Das funktioniert zum Beispiel über die Plattform nebenwirkungen.bund.de oder eine App.

Wo wird der Impfstoff produziert? Und wie viele Impfdosen erhält Deutschland?

2021 wollen das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer bis zu 1,3 Milliarden Impfdosen herstellen, unter anderem in Mainz, Idar-Oberstein und Marburg. Die Herstellung des Impfstoffs dauert eine Woche, Qualitätskontrolle und Freigabe benötigten dann weitere drei Wochen. Laut Gesundheitsminister Spahn werden im Januar jede Woche mindestens 670.000 Dosen ausgeliefert. Insgesamt hat sich der Bund über einen EU-weiten Schlüssel und nationale Vereinbarungen bis-her mehr als 300 Millionen Dosen gesichert - von Biontech und anderen Herstellern.

Wie funktioniert die Anmeldung zur Impfung?

Die Anmeldung zur Corona-Impfung ist nur mit Termin möglich. Die Terminvergabe regeln die Bundesländer, hier kommt es zu unterschiedlichen Verfahren. Wer sich in Sachsen in einer der ersten Impf-Kategorien befindet, soll per Post eine Einladung zur Impfung erhalten. Die Organisation dafür übernehmen die Krankenkassen. In Zukunft sollen Impftermine online, per App oder Mail beantragt werden können. Ein entsprechendes Buchungssystem befinde sich laut DRK noch im Aufbau.

Was kostet die Corona-Impfung für die Bürger?

Nichts. Die Corona-Impfung soll kostenlos sein, egal ob und wie jemand versichert ist. Die Kosten für die Impfstoffe übernimmt der Bund. Dafür stehen im Etat 2021 zunächst 2,7 Milliarden Euro bereit. Die Kosten rund um die Corona-Impfung insgesamt taxiert Spahn auf bis zu 6 Milliarden Euro.

Impfung für Kinder und Schwangere sinnvoll?

Laut dem Robert-Koch-Institut steht die Corona-Impfung zunächst für Erwachsene zur Verfügung. Bei Kindern und Jugendlichen sei der Impfstoff noch nicht genügend auf Wirksamkeit und Sicherheit untersucht worden. "Vor der Prüfung an Kindern muss sichergestellt sein, dass in den Studien bei Erwachsenen keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten sind", schreibt das RKI auf seiner Webseite. Auch über die Sicherheit einer Corona-Impfung für Schwangere gebe es keine Daten. Kontaktpersonen von Schwangeren gehören laut dem Bundesgesundheitsministerium aber in die Gruppe der Menschen mit hoher Priorität. Schwangere könnten daher auch indirekt durch eine Impfung dieser Personen geschützt werden.