Nach der Insolvenz: Was passiert mit den Paracelsus-Kliniken?

Krankenhaus Über 5000 Beschäftigte deutschlandweit betroffen

nach-der-insolvenz-was-passiert-mit-den-paracelsus-kliniken
Foto: Dr. Heinz Linke/Getty Images

Osnabrück/Zwickau. Kurz vor dem Jahreswechsel ziehen dunkle Wolken über den Paracelsus-Kliniken auf. Die Unternehmen mit Stammsitz in Osnabrück haben am Donnerstag vor Weihnachten beim Amtsgericht Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Bei einem solchen Verfahren versucht ein Unternehmen, aus eigener Kraft die Wende zu schaffen. Insgesamt sind von dieser Entwicklung 40 Einrichtungen an 23 Standorten betroffen.

Minus im zweistelligen Millionenbereich

In der hiesigen Region gibt es Paracelsus-Kliniken in Zwickau, Reichenbach und Adorf sowie eine Reha-Klinik in Bad Elster mit insgesamt etwa 1.000 Beschäftigten. Das angestrebte Verfahren kann beispielsweise eingesetzt werden, wenn das Unternehmen zwar nahezu zahlungsunfähig ist, eine angestrebte Sanierung aber erfolgversprechend erscheint. Drei Monate hat Paracelsus nun Zeit, einen Sanierungsplan aufzustellen.

In den Kliniken arbeiten deutschlandweit rund 5.200 Menschen. Der Betrieb laufe zunächst an allen Standorten und in allen Abteilungen uneingeschränkt weiter, teilte die private Krankenhaus-Gruppe mit. Löhne und Gehälter seien über das Insolvenzgeld gesichert.

Der Konzern sei in Schieflage geraten, nachdem einzelne Standorte erhebliche Verluste produziert hätten. Das Minus bewegt sich den Angaben zufolge im zweistelligen Millionenbereich. Nun solle versucht werden, diese defizitären Einrichtungen neu aufzustellen. Dass die finanzielle Lage des Konzerns offensichtlich bedrohlich ist, war erst in der vergangenen Woche deutlich geworden.

Stammsitz in Osnabrück schreibt keine schwarzen Zahlen

Die Beschäftigten warten noch auf ihr Weihnachtsgeld. Das wird normalerweise Ende November ausgezahlt. Die Beschäftigten seien hochgradig verunsichert, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di. Er sehe jedoch Chancen für eine Rettung des Konzerns. Von mehr als 20 Standorten bundesweit schreibe der Großteil schwarze Zahlen - der Stammsitz in Osnabrück gehöre allerdings nicht dazu. Der ver.di-Sprecher sieht dort unter anderem ein Problem in zu vielen teuren Fachabteilungen mit eigenen Chefärzten. Erste Gespräche zur weiteren Verfahrensweise werden für Januar erwartet.