Sachsen startet neue Alphabetisierungskurse

Bildung 200.000 "funktionale" Analphabeten gezählt

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Hier tagt der sächsische Landtag. Foto: Maik Bohn

Dresden. In Sachsen starten in den kommenden Monaten neue Alphabetisierungskurse. Zur Finanzierung steht dem sächsischen Kultusministerium die entsprechende Summe aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds zur Verfügung.

Analphabetismus bleibt ein Thema

Die Zahl der Erwachsenen, die nicht richtig lesen, schreiben oder rechnen können, beläuft sich bundesweit auf 7,5 Millionen Menschen.

Mehr als 200.000 betrifft es in Sachsen. Funktionale Analphabeten haben Probleme im beruflichen und gesellschaftlichen Leben und oft ist es ein schwerer Schritt, die Schwäche gegenüber Anderen einzugestehen.

Um die Betroffenen zu unterstützen rief der Freistaat 2010 die Koordinierungsstelle Alphabetisierung "Koalpha" ins Leben. Hier arbeiten aktuell sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daran, die Öffentlichkeit über Analphabetismus zu informieren und zu sensibiliseren. Zudem bietet sich hier eine Anlaufstelle für die Betroffenen, die auf der Suche nach Lernangeboten sind.

Kooperationsprojekte gesucht

Hauptziel ist es, den Menschen Mut zu machen und die Möglichkeiten aufzuzeigen. Zu diesem Zweck entstand am 12. Juni eine Richtlinie "zur Förderung von lebensweltlich orientierten Entwicklungsvorhaben in der Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener", wie das Sächsisches Staatsministerium für Kultus mitteilte.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung möchte so Kooperationsprojekte zwischen Einrichtungen der Weiterbildung und sozialen Einrichtungen initiieren. Bis zum 31. Juli nimmt das Bundesinstitut für Berufsbildung Projektskizzen entgegen.

Weitere Kurse folgen

Noch in diesem Monat und im August beginnen die Kurse in Bautzen, Borna, Dresden und Grimma. Weitere Angebote folgen in Görlitz und Plauen. Darüber hinaus finden sich auch an Volkshochschulen in Dresden, Leipzig und Görlitz aktuelle Lese- und Schreib-Kurse für Erwachsene.